Unser Kritiker sah:

WALLENSTEIN

von Friedrich v. Schiller

Düsseldorfer Schauspielhaus

Bochumer Schauspielhaus

Zwei repräsentative Schauspielbühnen maßen ihre Kräfte gleichzeitig an Schillers Wallenstein. Die Inszenierungen der Intendanten Stroux (Düsseldorf) und Schalla (Bochum) sind nicht nur am Standort der Theater zu Düsseldorf Ich sah Bochum in Gelsenkirchen und Düsseldorf in Duisburg. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden vermittelten die Aufführungen Einsichten, wie Schillers Wallenstein-Trilogie heute gespielt werden kann.

Stroux verteilte das Gesamtwerk auf zwei Abende. Dem ersten, „Wallensteins Lager“ und „Die Piccolomini“ zusammenfassend (siehe ZEIT Nr. 12/68), folgte jetzt „Wallensteins Tod“. Darin erreichte O. E. Hasse, der Wallenstein, seine Leistungshöhe erst im fünften Akt. Als er mit dem prächtigen Waffenrock auch seine schauspielerischen Manierismen abgelegt hatte, um „einen langen Schlaf zu tun“ in der Festung Eger, wirkte der Feldherr plötzlich menschlich, der Darsteller schlicht. In der Stimmungsmalerei dieses Todesaktes gipfelte die Strouxsche Inszenierung.