Die Industriegewerkschaft Metall und ihr Gegenüber, der Gesamtverband metallindustrieller Arbeitgeberverbände (Gesamtmetall), stehen in dem Ruf, keine Gelegenheit für eine Karambolage auszulassen. In letzter Zeit gibt es indes Anzeichen dafür, daß sich auf beiden Seiten die etwas besonneneren Temperamente durchzusetzen beginnen.

Der diesjährige Tarifvertrag in der Metallindustrie ist zusammen mit einem umfangreichen Rationalisierungs-Schutzabkommen nach dem üblichen Schildergerassel unter Dach und Fach gebracht worden, ohne die letzte Entscheidung vor den Schranken hoher oder höchster Schlichter zu suchen. Und vor einigen Tagen machten die Arbeitgeber der Metallindustrie den Leuten um Otto Brenner das Angebot, sich in einem regelmäßigen Turnus am runden Tisch zu treffen, um abseits vom laufenden Tarifgeschäft die Meinungen über die langfristigen Lohn-, Sozial- und gesellschaftspolitischen Probleme auszutauschen.

Das ist ein guter Vorschlag. Die Härte der Auseinandersetzungen in dem mit Abstand größten Industriezweig der Bundesrepublik erklärt sich zu einem großen Teil daraus, daß es den führenden Männern beider Seiten an dem menschlichen und sachlichen Kontakt fehlt, der nun einmal die Voraussetzung für das Erarbeiten konstruktiven Lösungen ist. Die IG Metall darf auf das Angebot der Arbeitgeber nicht mit Nein antworten. kr.