Essen Bis zum 22. September, Villa Hügel: „Marienbild in Rheinland und Westfalen“

Kunsthistorische und theologische Intentionen verfolgt die diesjährige Villa-Hügel-Schau, die zum Katholikentag 1968 in Essen veranstaltet wird. Die 361 Objekte der Plastik, Malerei und des Kunsthandwerks geben eine lückenlose Übersicht mariologischer Kunst, die mit einer spätantiken Elfenbein-Pyxis und der „Goldenen Madonna“ der Essener Domkirche (der ältesten abendländischen Marien-Statue) beginnt und über hervorragende Beispiele des „weichen Stils“ in der Gegenwart endet.

Hannover Bis zum 21. Juni, Kunstverein: „Deutsche Kunst heute“

Statt der bisher üblichen Frühjahrsausstellung mit jurierten deutschen Einsendungen und einer Zufallsauswahl ausländischer Prominenz zeigen vier „Kommissare“ das Ergebnis einer Reise durch die deutsche Kunstlandschaft: 140 Arbeiten von 43 Malern und Bildhauern. Von den Altmeistern Albers, Lindner und Max Ernst bis zu Wilding, Voss und Diehl. Ein guter und diskutabler Vorschlag.

München Bis zum 9. August, Galerie-Verein, Neue Pinakothek: „Sammlung 1968 Karl Ströher“

München hat gegen Darmstadt, die Heimat des Sammlers Ströher, den Wettlauf um die Premiere gewonnen. Ströher hatte, von den Galeristen Friedrich und Dahlem gut beraten, Anfang des Jahres die legendäre „Kraushar-Collection“ erworben und damit die größte Sammlung amerikanischer Popart von New York nach Deutschland geholt.

In München ist nun allerdings nur ein Teil der „Kraushar-Collection“ ausgestellt und dieser Teil in den Bestand der Ströher-Sammlung integriert, um darzutun, daß der Popart-Komplex nicht zufällig oder spekulativ angekauft wurde, sondern den progressiven Absichten Karl Ströhers entspricht. Man sieht sowohl Yves Klein wie Dubuffet und Tapies, aber auch Matta und Max Ernst (sehr gute Arbeiten, die jedoch die klare sammlerische Konzeption verwischen), man sieht auch eine geschlossene Werkgruppe von Josef Beuys, den Ströher unter den deutschen Künstlern am höchsten schätzt. In der „Kraushar-Collection“ findet man Inkunabeln der Pop-art, Die „Rock’n’Roll-Combo“ von George Segal, die Lebensmittel sowie „washstand“ und „toilet“ von Claes Oldenburg, ein ganzes Kabinett mit Lichtenstein-Bildern, das Wichtigste von Andy Warhol aus den Jahren 62 bis 67, ebenfalls Tom Wesselmann und James Rosenquist. Eindrucksvoll kommt in diesem Konzentrat der New Look zum Ausdruck, den die Pop-art der zeitgenössischen Kunst gegeben hat, den Hunger nach Realität rücksichtslos, aber mit durchaus unterschiedlicher Methode zu artikulieren. – Die Ausstellung wird später in Hamburg, Berlin und Düsseldorf zu sehen sein.