Nicht gerade rosig sind die Aspekte für „Prospect 68“, das für September in der Düsseldorfer Kunsthalle geplante Konkurrenzunternehmen zum „Kölner Kunstmarkt“. Die im Verein progressiver deutscher Kunsthändler zusammengeschlossenen Galerien sind sich offenbar darüber einig, daß sie die als „Internationale Vorschau auf die Kunst der Avantgarde apostrophierten Düsseldorfer Ausstellung boykottieren werden.

Die erste große Verkaufsausstellung zeitgenössischer Kunst, die das Berliner „Kaufhaus des Westens“ (KaDeWe) nach dem Vorbild amerikanischer Warenhäuser kürzlich in ihrem Pavillon veranstaltete, brachte – erwartungsgemäß – nur einen kleinen Umsatz, dafür aber um so mehr Publizität. Die Ausstellung, die von einem jungen Berliner Kunstsammler zusammengestellt worden war, zeigte Bilder, Zeichnungen und Graphiken von 18 jungen – meist Berliner – Künstlern, unter denen sich Otmar Alt als „Bestseller“ erwies. Die Geschäftsleitung des KaDeWe sieht sich durch den Publizitätserfolg jedenfalls ermutigt, im nächsten Jahr etwas Ähnliches zu wiederholen.

Zwischen Biennale und documenta findet am 24. und 25. Juni die letzte der großen deutschen Frühjahrsauktionen bei Hauswedell in Hamburg statt. Auf dem Programm stehen über 40 Gemälde von Antes bis Severini, fast 1000 Holzschnitte, Lithographien und Radierungen (darunter 45 Einzelblätter und fast alle Folgen von Barlach) und etwa 40 Plastiken. Von Toulouse-Lautrec kommt die vollständige Folge „Elles“, des graphischen Hauptwerkes des Künstlers, unter den Hammer. Schätzwert: 45 000 Mark.

Ein zusätzliches Geschäft mit aktueller Kunst versprechen sich vier junge westdeutsche Galerien durch Zweigniederlassungen in Kassel während der Dauer der 4. documenta (27. Juni bis 6. Oktober). Die Galerien Friedrich, Reckermann, Ricke und Thelen wollen die kunstbegeisterten documenta-Wallfahrer mit einer Gemeinschaftswerbung auf ihr Angebot aufmerksam machen.

Sonnenaufgang“ heißt eine etwas ungewöhnliche Graphik von Diter Rot, die in der Hamburger Galerie Neuendorf offeriert wird. Es handelt sich um eine zwischen zwei Plastikfolien gequetschte Salamischeibe, die ihr Fett in konzentrischen Kreisen ausschwitzt. Unlimitiert und signiert zum Vorzugspreis von 40 Mark.