Der zweitgrößte deutsche Warenhaus-Konzern hat 1967 seine „Verkaufsstellen im Warenhausbereich“ um zwei auf 54 und (52) und die Filialen seiner „Kleinpreis“-Tochter Kaufhalle GmbH um vier auf 63 erhöht und damit zum erstenmal eine Verkaufsfläche von über einer halben Million Quadratmeter belegt. Zweiter Rekord: der Umsatz hat zum erstenmal in der Kaufhof-Gruppe, die jetzt auch endlich – und durch das neue Aktiengesetz gezwungen – einen Konzernabschluß vorlegt, die Grenze von drei Milliarden Mark überschritten. Vergleichszahlen aber Umsatz, Belegschaft und Investitionen sind aus den Vorjahren nur mühsam oder überhaupt nicht zusammenzutragen, wie der Geschäftsbericht sich im übrigen keineswegs durch Übersichtlichkeit und Transparenz auszeichnet. Noch ein Rekord: die Investitionen. Sie haben den normalen Betrag der letzten Jahre von rund 100 Millionen Mark, der auch 1968 eher unterschritten als wieder erreicht werden soll, um mehr als das Doppelte übertroffen.

„Dieser Investitionsstoß reut uns nicht“, kommentierte Vorstandsmitglied Gottfried Nagel. Eine antizyklische Investition, also die Vorbereitung für eine Geschäftsausweitung in den Perioden einer konjunkturellen Rezession, lohne sich immer. Die Zuwachsraten des Umsatzes in den ersten fünf Monaten dieses Jahres (16,7 Prozent an Grund der Neubauten) stellen das unter Beweis.

Hohe Abschreibungen, die, wie in der Branche üblich, zum weitaus größten Teil die Investitionen finanziert haben, beträchtliche Vorlaufkosten für Umbauten (München, Frankfurt) und erhöhte Sonderabschreibungen haben verständlicherweise den Nettogewinn gedrückt. Der Finanzchef hat einen „Gewinn pro Aktie“ von 21 gegen 29 Mark im Vorjahr ausgerechnet, obwohl das erwirtschaftete Betriebsergebnis, wie der cash flow ausweist, nennenswert höher ist als im Vorjahr. Daß die Dividende für 1967 daher erhöht wird (von 15 allerdings nur auf 13 Prozent), durfte von den Aktionären erwartet werden. Zu ihnen gehören auch mit je einer Schachtelbeteiligung die beiden Großbanken Dresdner und Commerzbank. Mit 16 Prozent bleibt der Kaufhof allerdings noch mit zwei Prozent hinter dem deutschen Kaufhaus-König Karstadt zurück. hd.