Bundeswirtschaftsminister Schiller ist es gelungen, den Weg für die Bildung der Einheitsgesellschaft des Ruhrbergbaues zu ebnen. Sowohl die Vertreter der Zecheneigentümer als auch die IG Bergbau haben in Bonn dem geplanten Zusammenschluß zur Ruhrkohlen AG zugestimmt. Beide Seiten haben nämlich ihre Wunschliste weitgehend durchsetzen können.

Für die Gewerkschaft soll die Frage der Mitbestimmung in den neuen Unternehmensorganen ebenso großzügig geregelt werden, wie die – nur mäßig reduzierte – Staatsbürgerschaft für die Unternehmer. Grünes Licht also endlich für die Zusammenfassung der Ruhrzechen? Weit gefehlt! Schon melden sich Anwärter für die Außenseiterposition zu Wort. Die größte Zechengesellschaft, die Gelsenkirchner Bergwerks AG, möchte nicht mit von der Partie sein. Die zur Contigas Gruppe gehörende Zeche Westfalen – die zu den unbestrittenen Spitzenreitern der Ruhr zählt – sollte nach den bereits verkündeten Vorstellungen des Vorstandes ebenfalls besser „draußen“ bleiben.

„Nur die Schlechten ins Kröpfchen“ ist offenbar jetzt die Devise vieler Ruhrzechen, die immer noch versuchen wollen, möglichst ungeschoren davonzukommen, dafür aber bereits mit Fleiß die Frage prüfen, ob ein möglicher Entzug von Subventionen – der den Gesellschaften droht, die sich einer „optimalen Unternehmensgröße“ widersetzen – überhaupt mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Es sieht ganz so aus, als würde der Ruhrbergbau es fertigbringen, sich um die letzte Chance zu bringen, an seiner eigenen Sanierung selbst mitzuwirken. Unglaublich – aber wahr. nmn