Die Athener Junta hat ihr Kabinett umgebildet. Ex-Oberst Papadopoulos hat etlichen Ministern und Staatssekretären den Laufpaß gegeben und noch mehr Professoren und Technokraten in sein Kabinett der Fachminister aufgenommen. Wieweit sich die Konstellationen innerhalb der Junta verschoben haben, ist noch nicht auszumachen. Allem Anschein nach hat der zielstrebige Premierminister seine Position gestärkt und dem Drängen der ungeduldigen jungen Offiziere widerstanden, denen die „Revolution“ weder schnell noch weit genug geht. Die Anführer des Putsches vom 21. April 1967 sind auf ihren Posten geblieben. Die Kabinettsumbildung ist nur eine Geste.

Auch die neue Verfassung, über die das Volk im kommenden Herbst abstimmen soll, wird kaum mehr als eine Geste sein. Denn Wahlen für ein Parlament sind vorerst nicht vorgesehen. Ex-Oberst Pattakos hat es mit nicht zu überbietender Deutlichkeit noch einmal wiederholt: „Wir wollen erst unser Programm verwirklichen. Ist das geschehen und sind die Verhältnisse dann zufriedenstellend, werden wir Wahlen abhalten.“

Kein Wunder, daß selbst wohlwollende Beobachter des Athener Militärregimes allmählich ins Zweifeln geraten. K. H. J.