„Wir haben die Bundesregierung – was das innerdeutsche Verhältnis angeht – gefragt, ob sie bereit sei, ihrer berechtigten Ablehnung des Inhaltes jenes Vertrages, den der Ministerpräsident Stoph dem Bundeskanzler übersandt hat, einen Vertragsentwurf unserer Seite über die Regelung der innerdeutschen Beziehungen für die Zeit der Trennung gegenüberzustellen ...

Vielleicht können wir uns darauf verständigen, daß wir, indem wir auch die andere Seite, die Machthaber in Ostberlin, beim Wort nehmen, einige Punkte in diesem Vertragsentwurf wohl aufnehmen könnten, zum Beispiel den, daß es noch immer eine deutsche Nation gibt, und den anderen, daß die Bundesrepublik und die DDR im Verhältnis zueinander nicht Ausland sind, was in den letzten Tagen noch einmal zu erklären man sich beeilt hat. Schließlich das Dritte: daß alles, was diese beiden Teilstaaten auf deutschem Boden im Rahmen dieses Vertrages und in Ausführung dieses Vertrages tun wollen, nur dem einen Ziel dienen soll, die Zeit der Trennung zu erleichtern und die Spaltung selbst zu überwinden.

Unter diesem Dach gemeinsamer Erklärung – quasi als Präambel des Vertrages – sind wir frei, das in dieser Lage Mögliche und Notwendige zu tun, ohne daß jemand in der Welt draußen um uns herum den Eindruck hätte, wir hätten hier etwas aufgegeben, was wir im Interesse des ganzen Volkes zu tun verpflichtet sind, nämlich die Spaltung dieses Landes mit allen ihren unerträglichen Folgen zu überwinden...

Es geht darum, daß wir mit der Vorlage dieses Vertragsentwurfs die Verhandlungsmöglichkeiten für unsere Seite erweitern und daß wir vor allem dazu kommen, unsere Position in diesem Gespräch um das ganze Deutschland näher zu definieren. Dazu gehört natürlich auch, welche Vorstellungen wir vom unbehinderten Verkehr von und nach Berlin für die Deutschen und in Berlin haben...

Worum es uns geht, ist, durch einen Vertragsentwurf für die Gestaltung unserer Beziehungen mit der anderen Seite und durch ein Modell für ein gesamteuropäisches Sicherheitsabkommen unsere gemeinsamen Vorstellungen für das innerdeutsche Verhältnis und für die Fragen der europäischen Sicherheit zu konkretisieren.“