Von Horst Krüger

Davon, glaube ich, hat noch niemand gehandelt, aber es wird, so scheint mir, langsam spruchreif in unserem Land. Ob es den anderen auch so ergeht wie mir?

Ich möchte von den publizistischen Einbrechern berichten, die sich immer gewitzter einschleichen in mein Haus und mich belagern. Meine Ruh’ ist hin, mein Feierabend auch. Ich bin immer im Dienst: ein Konsument. Ich möchte ein makaberes Klagelied singen, das heißt: „Vom sanften Terror des Guten“ oder: Warum kann unsere Publizistik nicht etwas schlechter sein? Ich wüßte das zu schätzen.

Also Ruhe zunächst. Ich muß mich erklären, verdeutlichen. Ich muß meine Lage konkretisieren. Es ist die Lage eines Zeitgenossen, eines Bürgers, eines vorwiegend häuslichen Menschen, eines deutschen Haustieres sozusagen, das sich durch unsere Massenmedien informieren, aufklären will. Heim und Welt ist der Raum, in dem so etwas spielt, leicht dialektisch. Ich habe mich da auf etwas eingelassen, das mich nicht mehr freigibt, das mich fesselt und langsam ersäuft in der Flut der Information. Ich höre, lese, sehe fern, merke auf den Ratschlag der Weisen, tagtäglich.

Gestern zum Beispiel wurde ich fünfmal durch Golo Mann beraten: über politische Lyrik, über Grass, über Wallenstein, über die NPD und über die Studenten, alles vortrefflich.

Vorgestern beriet mich Mitscherlich, von den Deutungen, die Dahrendorf noch bereithält, ganz zu schweigen.