Als das Vorzimmer gerade leer war, kam ein sympathischer Herr in mein Zimmer. Er war ein Sporttyp, mittelgroß, jedoch mit Mappe, duftete leicht nach Frische aus der Flasche. Ich stand von meinem Schreibtisch. auf, und der Besucher reichte mir die Hand. Er sagte einen Namen, den ich nicht verstand. Dann setzte er sich auf das Fensterbrett, während ich auf meinem Schreibtisch Platz nahm. Dies schien ihn zu verwundern. Lachend sagte er jedoch: „Wir werden uns gut vertragen.“ Ich nickte.

Mein Besucher sagte, dies sei sein erster Tag im Hause, und fügte hinzu, er habe sich das genau überlegt. „Erst gehe ich einmal in jedes Zimmer“, so hatte er’s sich vorgenommen, „einfach rein, und sehe mir die Leute an. Keine großen Präliminarien.“

„Wie wird das geschrieben: Präliminarien?“, fragte ich. Er lachte fröhlich und ging zum Sachlichen über: „Warum haben Sie ein so großes Zimmer?“

„Ach, wissen Sie“, erwiderte ich. „Es kommen oft Besucher, manchmal mehrere auf einmal.“

Er zählte: „Drei, vier...“ und kam auf sieben Sessel und eine gepolsterte Eckbank. „Allerhand!“

„Aber es kommt auch vor, daß sich die Besucher auf die Fensterbank setzen und geradeheraus sagen, was sie wünschen.“ Ich sah ihn aufmunternd an. Doch ihm gefiel das nicht. „Wann kommen die anderen?“, fragte er verstimmt. Ich sagte, das wisse ich nicht genau. „Es ist verschieden.“

„Aber Sie gehen ihnen mit gutem Beispiel voran – wie?“ Daß er ein wenig Zorn in seine Frage legte, merkte ich wohl. Doch ich blieb sanft: „Es ist verschieden. Mal bin ich der erste, mal der letzte.“