Wenn eine Zeitschrift wie die „Frankfurter Hefte“ (in ihrem Juni-Heft) die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ als „ein symptomatisches Beispiel der Meinungsmanipulation“ herausstellt, darf man was erwarten.

Der FAZ täte – wie der ZEIT vermutlich auch – kompetente Kritik gut. Aber mit einer von Sachkenntnis ungetrübten Empörtheit, wie sie Dr. Thomas Ebert für die „Frankfurter Hefte“ in Worte zu fassen versucht hat, ist niemandem gedient.

Nach dem Ebert-Verfahren müßte Walter Dirks, der erfahrene Journalist unter den Herausgebern der „Frankfurter Hefte“, der Manipulation bezichtigt werden, weil er doch gedruckt und prominent (als ersten Artikel) placiert hat, was, wie er weiß, nur halbwahr ist.

Ebert bezieht alle Munition gegen die „manipulierte“ FAZ aus einer einzigen Lokalreportage, „Demonstranten werfen Tränengaskapseln auf Polizisten“ vom 16. 4. 1968, die „khm“ gezeichnet ist. (Am Ende zitiert er noch einige Passagen aus Leitartikeln, die beweisen, daß die FAZ eher auf Seiten der Ordnung als auf Seiten der Unruhe ist – was niemanden überrascht. Es geht jedoch um den Vorwurf der Manipulation.)

Walter Dirks manipuliert natürlich nicht. Er hat den Ebert-Artikel, das kommt bei „Herausgebern“ vor, entweder überhaupt nicht oder nur flüchtig gesehen – einen Artikel, der die Behauptung, die FAZ werde manipuliert, auf drei Beobachtungen stützt:

1. eine Bildunterschrift beschreibt nicht das Bild;

2. ein Titel greift, keineswegs zwingend, nur einen Aspekt der Reportage heraus;