Aus dem „Marsch der Armen“ – vom ermordeten Negerführer Martin Luther King einst als mächtige Demonstration der Gehaltlosigkeit geplant, von dessen Nachfolger Abernathy mehr schlecht als recht durchgeführt – wurde zum Wochenbeginn ein Marsch ins Gefängnis.

Am Sonntagabend war die behördliche Genehmigung für die „Stadt der Auferstehung“ („Resurrection City“) in Washington abgelaufen. Am Montag drohte die Polizei eine Zwangsräumung an, falls die letzten der einst 3000 Bewohner die Bretterstadt am Fuße des Lincoln-Memorials nicht sofort verließen.

Aber Pastor Abernathy entschied „Wir bleiben, bis der Kongreß unsere dringenden Forderungen erfüllt.“ Doch der Kongreß, von Gewalttätigkeiten in der Auferstehungsstadt sowieso schon alarmiert, ließ sich nicht erweichen. Ein nicht genehmigter Demonstrationszug zum Kapitol wurde von der Polizei gesprengt, Unruhen folgten, Washingtons farbiger Bürgermeister Washington verhängte eine Ausgangssperre. Während „Ressurrection City“ eingeebnet wurde, wanderte Abernathy ins Gefängnis. Das Urteil lautet auf 20 Tage.