Während sich das Gros der Urlauber anschickt, die Sommerreise anzutreten, legen die großen Reiseunternehmen schon ihre Winterreiseprogramme vor, und sie haben im Ferntourismus wieder Neuheiten ersonnen, um die wachsende Zahl der Charterflugzeuge auch im Winter in Bewegung zu halten; sie sind in dieser Zeit noch längst nicht ausgelastet.

Zum erstenmal gibt es Ende 1968 Charterflüge nach Südafrika (Scharnow-Touropa), damit ist endlich eine günstige Gelegenheit geschaffen, die große Distanz zu überwinden und dieses schöne und schwierige Land durch eigenen Augenschein kennenzulernen.

Neu auf dem deutschen Reisemarkt sind auch Charterflüge nach Brasilien. Die Flugkette mit Düsenmaschinen der Lufthansa-Tochter Condor wird von Neckermann und Touropa-Scharnow (TS) gemeinsam angeboten. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer Zusammenarbeit der konventionellen Reiseunternehmer mit den Versandhäusern. Von den Fluggesellschaften wird eine Absprache schon lange gefordert, um die Flugzeuge besser auszunutzen. Das ist im Hinblick auf die kommenden Jumbojets mit 350 und mehr Passagieren eine unumgängliche Entwicklung. Die Preise für den Flug nach Rio sind sehr niedrig (17 Tage ab 1797 Mark).

Unermüdlich und phantasievoll darauf aus, das Angebot zu verbessern und Neues zu bieten, haben Scharnow und Touropa neben der „kleinen Weltreise“, die in diesem Jahr zum viertenmal stattfindet (24 Tage ab 3980 Mark), eine „Große Weltreise“ in alle fünf Erdteile und in den Wasserkontinent Oceanien in ihr Programm aufgenommen; sie wird in einer Propellermaschine (mit Liegesitzen und 1.-Klasse-Service) durchgeführt (Ab 8 500 Mark für 32 Tage. Mehrpreis für Einzelzimmer 750 Mark). Zum erstenmal werden bei einem Weltflug von einem deutschen Reiseveranstalter im Charterdienst Samoa, die Osterinseln, Santiago de Chile und Rio de Janeiro angeflogen.

In Malindi (Ostafrika) hat Neckermann, wie der neue Winterkatalog anpreist, jetzt auch einen Vertrag mit dem Hotel „Blue Marlin“, das bisher Touropa-Gästen vorbehalten war. Also auch hier sind die Rivalen schon vereint. -dt

Den Stadtbeamten von Paris sind Miniröcke und entblößte Beine gleichgültig. Wer kurze Röcke trägt, soll selbst sehen, wie er zurechtkommt – zum Beispiel auf den steilen Treppen der neuen Pariser Doppeldecker-Busse. Aber da sind auch noch die Autofahrer. Und die Bürokraten überlegen: Wenn die Damen in den durchgehend verglasten Bussen nach oben steigen, werden die Herren am Volant durch die Enthüllung weiblicher Reize nicht unzumutbar abgelenkt? Den Stadtbeamten schwante Böses: Unfälle und Verkehrsstauungen, Verletzte und Tote. So entschlossen sie sich, die großzügige Verglasung an den kritischen Stellen durch Sichtblenden zu ersetzen. Milchglas schirmt nun die Blicke ab.