Die beiden größten Stromverbundgesellschaften des Ruhrreviers werden künftig zusammenarbeiten. Europas größter Stromerzeuger, die Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerke AG (RWE), hat das Rennen um eine Schachtelbeteiligung der Vereinigten Elektrizitätswerke Westfalen AG (VEW) gewonnen. Die Kapitalerhöhung der VEW – um 120 auf 480 Millionen Mark – wird von einer GmbH übernommen werden, deren Gesellschafter RWE, Deutsche Bank, Allianz und Contigas sind. Dieses Engagement ist von der Hauptversammlung der VEW mit großer Mehrheit gebilligt worden.

Die Veba, ebenfalls ein großer Stromerzeuger, hatte starkes Interesse an den jungen Aktien der VEW gezeigt. Das Veba-Angebot schien einem Teil der VEW-Aktionäre durchaus attraktiv. Die Stadt Dortmund, die bei VEW eine Sperrminorität hält, war mit der Veba bereits einig.

Doch wenige Stunden vor der Hauptversammlung, in der eine Kampfabstimmung drohte, war die Veba freiwillig aus dem Rennen geschieden.

Die Auffanggesellschaft, an deren Spitze RWE steht, übernimmt nun die jungen VEW-Aktien von nominell 120 Millionen Mark zum Preis von 332 Millionen. Diesen Preis wollte auch Veba-Chef Kemper zahlen. Aber RWE konnte mit einem anderen Argument das Spiel um die Dortmunder Schachtel für sich entscheiden.

RWE ist in der Lage, den industriellen Abnehmern die niedrigsten Strompreise anzubieten und konnte dem Dortmunder Unternehmen konkrete Angebote machen, um das für das VEW-Versorgungsgebiet negative Strompreisgefälle im Ruhrgebiet auszugleichen. Auf Grund der Zusammenarbeit mit RWE werden die VEW-Tarife für industrielle Abnehmer und für Nachtstrom gesenkt. nmn