Kapitalanlage in Languedoc-Roussillon soll einfacher werden

Von Ingeborg Zaunitzer-Haase

Es ist von nun an für deutsche Staatsbürger nicht schwieriger, einen Immobilienbesitz im Gebiet Languedoc-Roussillon (Frankreich) zu erwerben, als in irgendeiner deutschen Provinz."

Dieser nicht gerade in bestem Stil abgefaßte Satz steht in einem frisch aus Paris importierten, umfangreichen Loseblatt-Wälzer, benannt "Handbuch der Makler und Bauträger für die französische Touristenzone Languedoc-Roussillon". Erstmals wird darin 130 deutschen Maklern ein Kompendium technischer Einzelheiten über ein Riesenprojekt angedient. Die 130 Makler sind für die Anlage deutschen Geldes in Frankreichs Süden "zuständig". Sie sind Gesellschafter der vom Verband Deutscher Makler (VDM) in Hannover gegründeten Immobilien Marketing GmbH (IMG). Jeder von ihnen bezahlte einen Gesellschafteranteil von 500 Mark und harrte der Dinge, die da kommen sollten.

Was kam, war zunächst recht wenig. Prospekte, mager in Umfang, Aufmachung und Information, reichten nicht hin und nicht her, Interessenten darüber aufzuklären, was das in Zeitungsanzeigen groß herausgestellte Angebot "Languedoc-Roussillon", in Mark und Pfennig umgerechnet, bedeutete. Es stellte sich heraus, daß es am deutschen Markt mit seinen zahlreichen attraktiven Angeboten zur Geldanlage in Immobilien nicht ausreicht, ein reizvolles Objekt an der Hand zu haben. Exakte Informationen müssen hinzukommen.

Dabei gehört der Languedoc-Roussillon, jenes 180 Kilometer lange Stück Mittelmeerküste zwischen der Camargue und der spanischen Grenze zweifellos zu den interessantesten Auslands-Angeboten des Jahres.

Bis vor kurzem wurde diese von der Natur verführerisch ausgestattete Gegend nicht von Menschen, sondern von Insekten beherrscht: Heere und Wolken von Stechmücken setzten sich erfolgreich gegen Camper und Ferienwohnung-Suchende durch. 1966 wandte die französische Regierung schließlich 60 Millionen Mark auf, legte Sümpfe trocken und rottete die Moskitos aus.