Das "Panorama"-Magazin des Fernsehens hatte einen Film über Conrad Ahlers, den stellvertretenden Chef des Bundespresseamtes, gezeigt. Conrad Ahlers hatte in derselben Sendung dazu Stellung genommen. Und dann tauschte man die Fernschreiben aus, die wir hier abdrucken: als ein schönes Beispiel modernen ausführlichen Briefwechsels.

Von: Conrad Ahlers, Bundespresseamt (FS-Nr. 4629 vom 24. 5. 68)

An: Peter Schier-Gribowsky

Lieber Herr Schier-Gribowsky,

ich höre aus der "Spiegel"-Redaktion, daß Sie Ihre Panne mit dem falschen Haus, welches Sie in der Hallerstraße photographiert haben, nun damit entschuldigen, daß Sie sagen, ich hätte Ihnen eine falsche Hausnummer genannt. Diese Darstellung ist nicht nur wahrheitswidrig, sondern erfüllt auch strafrechtliche Tatbestände. Sie werden wohl annehmen, daß ich. noch in der Lage bin, die Hausnummer meines Elternhauses zu erinnern, und außerdem gibt es in Hamburg unzählige Menschen, darunter auch in der "Panorama"-Redaktion, die von früher wissen, wo ich gewohnt habe und wo ich aufgewachsen bin. Sie hätten also, wenn Sie Ihrer Sorgfaltspflicht genügt hätten, meine Angaben leicht nachprüfen können. Ich nehme an, daß Sie die Sache durcheinander gebracht haben. Sie erinnern sich, daß Sie mich im Verlauf des Gesprächs nach meinem besten Freund fragten und ich Ihnen Herrn Professor Satorius nannte, unter Hinweis darauf, daß dieser mir seit meiner Geburt bekannt sei, weil er im Nebenhaus, nämlich Hallerstraße 20 aufgewachsen ist.

Ich muß Sie auffordern, Ihre Darstellung gegenüber der "Spiegel"-Redaktion richtigzustellen, weil ich im Falle einer falschen Berichterstattung gezwungen wäre, gegen Sie einen Strafantrag zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen Ihr C. Ahlers