Und es wird Aufzeichnungsgeräte geben, volkstümlich im Preis und narrensicher in der Handhabung, also passend für Krüger und Konsorten, wie mich und meinesgleichen, mit denen man Ungesehenes registrieren, konservieren und archivieren kann, um es – wie heute Tondokumente vom Band – zu jeder gelegenen Stunde auf jeden beliebigen Bildschirm zu projizieren. Schöne Aussichten, schlimme Aussichten?

Was wahr ist, muß nicht wahr bleiben! Vielleicht wird Horst Krüger in einem Jahrzehnt die gute alte Zeit des Fernsehens, obwohl sie ihm schor zuviel des Guten brachte, zurückbeschwören vollen. Vielleicht aber hat das Schicksal ihn bis dahin aus seinem Sitz vor dem Bildschirm auf eine Planstelle in einem Funkbetrieb katapultiert, was jeder derart bereicherten Anstalt mehr als dem dorthin beförderten Zeitkritiker zu wünschen wäre. Denn: Fernsehen erleiden ist immer noch halb so schlimm und doppelt so schön wie Fernsehen machen, von den Gefahren ganz zu schweigen, denn hinter dem Schirm muß der Mensch zuweilen Kopf und Kragen, vor dem Schirm braucht er jedoch nur ein Auge zu riskieren.