Sehr sehenswert:

"Der eiskalte Engel", von Jean-Pierre Melville. Die Geschichte des Killers Jeff Costello, die der Autor so schöner Filme wie "Le Doulos" und "L’Aine des Ferchaux" und "Le Deuxieme souffle" in "Le Samourai", seinem vollkommenen Film, erzählt, ist nicht nur eine geniale Darstellung der existentiellen Einsamkeit des Wolfes, der der Mensch dem Menschen ist: Obwohl ihr die latenten sozialkritischen Bedeutungen und die moralischen Implikationen der gewöhnlichen Gangstergeschichte radikal ausgetrieben sind, erweist sie sich am Ende doch auch als eine Darstellung entfremdeter Arbeit; der Profi Jeff Costello, der nach der Erledigung eines Auftrages zwischen die Polizei und seine Auftraggeber und in eine Situation gerät, in der ihm keine Chance bleibt, wird ein Opfer des tödlichen Tauschgeschäftes, auf das er sich eingelassen hat. Wir werden auf "Le Samourai" ausführlich zurückkommen.

"Ein Liebesfall", von Dušan Makavejev. "Lola Montez" und "Liebelei", von Max Ophüls. "Die Braut trug Schwarz", von François Truffaut. "Das junge Mädchen", von Luis Buñuel.

Im Fernsehen:

"Im Zeichen des Bösen", von Orson Welles. In einem Kaff an der mexikanisch-amerikanischen Grenze läuft ein Thriller ab, der die genreübliche Klärung moralischer Positionen unterläßt und statt dessen in das Labyrinth ihrer Ambivalenz führt. ARD am 6. Juli.

"Erpressung", von Alfred Hitchcock. Der letzte Stummfilm und zugleich der erste Tonfilm des Meisters; am Ende der Stummfilmära stumm gedreht, aber wie ein Tonfilm konzipiert, ist "Blackmail" von allen frühen Tonfilmen der, der die neue Dimension des Mediums am entschiedensten nutzte, ohne ihrer Faszination zu erliegen: Sprechende Menschen zu zeigen, interessierte Alfred Hitchcock schon damals nicht, schon damals begriff er Sprache und Ton als selbständigen Teil der kinematographischen Inszenierung. ZDF am 8. Juli.

Sehenswert: