Das Stammhaus der Robert-Bosch-Gruppe mußte 1967 infolge der starken Abhängigkeit der Betriebe von der Kraftfahrzeugherstellung einen Umsatzverlust von 7 Prozent hinnehmen. Diese relativ geringe Umsatzverminderung hatte einen Abfall des Betriebsergebnisses um 24 Prozent zur Folge. Der Rückschlag wird indessen mit ziemlicher Sicherheit im laufenden Jahr wieder aufgeholt werden. Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans L. Merkle, rechnet mit einer Umsatzzunahme um 8 Prozent.

Sieht man die Lage der gesamten Bosch-Gruppe im vergangenen Jahr, darin sind auch die Auslandstöchter enthalten, dann gelangt man zu dem Schluß, daß Bosch das konjunkturschwache Jahr dank seiner Auslandsaktivität gut überwunden hat. Der Umsatz der Gruppe erhöhte sich um etwa 1 Prozent auf 3.2 Milliarden Mark. Der Anteil des unmittelbaren Auslandsgeschäfts stieg dabei auf 39 (36) Prozent.

Die Ertragsrechnung wurde 1967 entscheidend durch eine "größere Steuerrückzahlung" beeinflußt. Sie erlaubte, die Rücklage für die Vermögensabgabe von 30 Millionen Mark in eine Rücklage für Werkerhaltung umzuwandeln (bei gleichzeitiger Passivierung der Vermögensabgabe unter Verbindlichkeiten). Darüber hinaus gibt es noch einen einmaligen Bonus an die Gesellschafter von 3,6 Millionen Mark, der neben der unveränderten Dividende von 8 Prozent auf das Stammkapital von 180 Millionen Mark gezahlt wird.

Wie es allerdings möglich war, innerhalb von vier Jahren etwa 30 Millionen Mark Steuern zuviel zu zahlen, bleibt vorerst das Geheimnis der Geschäftsleitung. In diesem Punkt war Merkle sehr sparsam mit seinen Auskünften: "Wir schätzen es eher, Steuern zurückzubekommen, als im ungünstigsten Zeitpunkt zahlen zu müssen." Der Geist der Vorsicht kommt auch in der ungewöhnlichen Liquidität zum Ausdruck, die sicherstellt, daß es vorerst keine Finanzierungsprobleme geben wird. Die Besitzverhältnisse (sechs Siebtel der Geschäftsanteile befinden sich bei der Vermögensverwaltung Bosch GmbH, die ihre Erträgnisse für gemeinnützige Zwecke verwendet) zwingen zur betonten Vorsorge.

Im vergangenen Jahr hat das Stammhaus Bosch seine Investitionen um 6 auf 89,4 Millionen Mark eihöht. Das Ziel (105 Millionen) konnte aus verschiedenen Gründen nicht erreicht werden. Für 1968 will man 125 Millionen für Investitionen ausgeben, in der Gruppe über 150 (130,4) Millionen. Darin kommt der Optimismus zum Ausdruck, mit dem man in die nächsten Jahre geht. 2.1 den Gewinnen werden zunehmend auch die Beteiligungen beitragen, die 1967 – obwohl ihnen der wesentlichste Teil ihrer Erträge zur Fortsetzung der eigenen Expansion belassen worden ist – 13,9 (9,9) Millionen zum Ertrag des Stammhauses beisteuerten. kw