Die Erweiterung des Aktionärkreises der Ruhrgas bringt deutlich den Strukturwandel des größten deutschen Gasversorgungsunternehmens zum Ausdruck. Neben den traditionellen Ruhrgas-Aktionären, den Bergbaugesellschaften des Reviers, sind die Esso und Shell gehörende Gewerkschaft Brigitta und seit dem Frühjahr dieses Jahres auch namhafte deutsche Erdgasproduzenten an der Essener Gesellschaft beteiligt. Wenn 1970 die endgültige Höhe des Grundkapitals von 145 Millionen Mark erreicht sein wird, dann sind die in der Bergemann KG gepoolten Bergbauinteressen noch mit 60, Brigitta – also Esso und Shell – mit 25 und die in der Schubert KG zusammengefaßten Erdgasproduzenten – Deilmann, Deutsche Schachtbau, Gewerkschaft Elwerath, Mobil Oil und Preussag – mit 15 Prozent an der Ruhrgas AG beteiligt.

Die Erweiterung ihres Aktionärkreises veranlaßt die Verwaltung, für 1968 erstmalig auch eine Dividendenzahlung in Aussicht zu stellen. Der springende Punkt dieser Entwicklung jedoch ist die nunmehr langfristig gesicherte Versorgungsbasis dieses mit Abstand größten deutschen Ferngasunternehmens. Wie Vorstandsvorsitzer Herbert Schelberger mitteilte, haben die Essener nunmehr einen vertraglich gesicherten Anspruch auf 13 Milliarden cbm Erdgas jährlich, etwa 60 bis 70 Prozent davon aus inländischem Aufkommen.

Damit ist die Ruhrgas für den erwarteten Erdgasboom gut gerüstet, der sich bereits im vergangenen Geschäftsjahr ankündigte. 1967 sind – nach einer Zuwachsrate von 11,8 Prozent – 8,4 Milliarden cbm Gas abgesetzt worden. Der Anteil des Erdgases stieg bereits auf 30 Prozent; er wird in diesem Jahr bei einem von der Ruhrgas-Verwaltung erwarteten Gesamtabsatz von mehr als 10 Milliarden cbm weiter ansteigen.

Mit Befriedigung stellt man in Essen, fest, daß der Gaskrieg um den süddeutschen Erdgasmarkt weitgehend beendet ist. Die Vorbereitungen über den erforderlichen Ausbau des Verteilungsnetzes sind abgeschlossen. Als Träger der großen Erdgasleitung von Holland bis Mannheim sind die Nordrheinische, die Mittelrheinische und die Süddeutsche Erdgastransport GmbH gegründet worden. An der NETG ist Ruhrgas mit 50, an der METG mit 66,7 und an der SETG mit 25 Prozent beteiligt. nmn