Die Republik Südafrika bangt um ihre Zukunft. Wertmäßig stehen 35 Prozent ihrer Exporte auf dem Spiel. Diese Quote erreichte in den letzten Jahren das Gold am gesamten Export der Republik. Die Amerikaner wollen, daß Südafrika sein Gold auf dem freien Markt verkauft. Die Südafrikaner möchten aber lieber an die Notenbanken verkaufen.

Die Amerikaner betrachten das Abkommen vom März mit den anderen Notenbanken, die Goldkäufe einzustellen, als bindend. Aber nicht alle Notenbanken interpretierten das Abkommen so streng. Bisher allerdings scheuten sich die Notenbanken, in großem Stil Südafrikas Gold einzukaufen.

Auf dem freien Goldmarkt will Südafrika seine Goldproduktion nicht verkaufen, weil man damit auf lange Sicht das eigene Geschäft ruinieren würde. Die Südafrikaner plädieren für etwas ganz anderes: Für die Erhöhung des offiziellen Goldpreises, das heißt, für eine Abwertung des Dollars gegenüber dem Gold. Damit, so meinen sie, wären die internationalen Währungsprobleme auf die Dauer gelöst und Südafrikas Handelsbilanz wieder auf lange Sicht saniert.

Ein Hintertürchen, um wieder Gold in das monetäre System einzuschleusen, hat Südafrika inzwischen ausfindig gemacht. Als Mitglied des Internationalen Währungsfonds darf Südafrika, entsprechend einem bisher kaum beachteten Paragraphen, jederzeit durch Abgabe von Gold an den Fonds beliebige Währungen erwerben. Ein erstes Tauschangebot der Südafrikaner hat der Fonds bisher ignoriert. Aufgabe des Fonds ist es, Zahlungsbilanzschwierigkeiten der Mitgliedsländer durch Währungskredite zu überbrücken. Aber die Südafrikaner haben keine defizitäre Bilanz und werden sie so bald auch nicht haben. Deshalb sollen sie ihr Gold erst einmal auf dem freien Markt verkaufen. Wenn sie wirklich in Not wären, würde der Fonds natürlich helfen. -of