Die Schwierigkeiten des Weltpolitikers de Gaulle

Von Ernst Weisenfeld

Paris, im Juli

Kurz vor dem großen Wahlsieg hat General de Gaulle in einen Trinkspruch auf den scheidenden deutschen Botschafter Klaiber einen Stoßseufzer eingeflochten: "Nichts ist leicht in Paris. Das gilt für jeden, wer er auch sei, und mir können Sie es glauben."

Doch sollte niemand zuviel Hoffnung darauf setzen, daß die gaullistische Außenpolitik nach den Mai-Ereignissen und unter dem Druck wirtschaftlichen Sorgen lange auf ihr oberstes Gesetz verzichten wird: Prestige zu suchen und zu verbreiten. Die Meisterschaft, mit der die Wahlen gewonnen wurden, hat einen Teil des Schadens schon wieder behoben, den die Innenpolitik in der Außenpolitik anrichtete. Der Rest ist eine Frage der Zeit – vorausgesetzt, daß der Eindruck, Frankreich sei mit ansteckenden sozialen Krankheiten behaftet, langsam verschwindet.

Es bleiben aber noch längere Zeit zumindest drei Handikaps für die französische Diplomatie. Die Frage ist, ob sie das Gefüge der Außenpolitik an entscheidender Stelle belasten.

Die erste Schwierigkeit ergibt sich aus der Schwächung des Franken und aus den außenwirtschaftlichen Problemen überhaupt, die von den massiven Lohnerhöhungen ausgehen, mit denen die Streikwelle gestoppt wurde.