München Bis Ende August, Modern Art Museum: "Neue Kunst USA Barock – Minima"

Dreimal wird amerikanische Kunst in diesem Sommer dargeboten: auf der Biennale, auf der documenta und in Münchens Modern Art Museum. Die Münchner Schau, chronologisch die erste, vor der Biennale eröffnet, kann sich neben den beiden anderen durchaus sehen lassen. Sie hat das Verdienst, sowohl Frank Gallo, dessen makabre Dekadenz-Figuration auf der Biennale Furore machte, wie Edward Kienholz, der das meistbestaunte Ambiente auf der documenta lieferte, zuerst in Europa gezeigt zu haben. Sie bringt aber auch eine Reihe junger Amerikaner, die weder in Kassel noch in Venedig dabei sind, und sie hat vor allem mit der Antithese "Barock–Minima" eine sehr klare und überzeugende Konzeption anzubieten. "Barock" ist hier nicht als eine kunsthistorisch festgelegte Kategorie zu verstehen, vielmehr als Alternative zu Minimum-Art und Primary Structures. Barock meint alles, was nicht geometrisch fixierbar und formal reduziert ist, also Pop und Assemblage und Environment und Neo-Realismus. Bewundernswert und informativ, wie mit nur 50 Objekten die extremen Positionen angezeigt werden. Huot, Larrain, LeWitt, Lewine werden für Minimum-Art zitiert. In die barocke Rubrik gehören neben Kienholz und Gallo auch Christo, d’Arcangelo (mit einem köstlichen kleinen Autospiegelbild), Robert Graham (mit einer brutal realistischen Badegruppe im Plexiglasbassin), Alfonso Ossorio (mit einer jahrmarktbunten Assemblage "Eagle and Palette ") und, ebenfalls neu für Europa, Ronald Mallory (mit einer beweglichen Konstruktion aus flüssiger Plastik und Quecksilber).

Nürnberg Bis zum 25. August, Stadtmuseum: "Schreibmeister einst und heute"

Proben Nürnberger Schreibmeister vorwiegend des 17. Jahrhunderts, die das Initial in ein barockes Labyrinth verwandeln und den Buchstaben ornamental überwuchern; unter den älteren Blättern einige Originalzeichnungen von Johann Neudorffer. Als moderne Kalligraphen werden Ernst Schneidler und Rudolf Franke vorgeführt.

Weiterhin im Programm:

Augsburg Bis zum 13. Oktober, Rathaus: "Augsburger Barock"

Die Zeit zwischen 1610 und 1720, Augsburgs goldenes Jahrhundert, in 700 Objekten dargeboten, die in dreijähriger Vorarbeit aus vierzehn Ländern zusammengetragen und sorgfältig katalogisiert wurden. An erster Stelle rangiert die Goldschmiedekunst, die mit kirchlichem und profanem Gerät glänzend vertreten ist.