Immer mehr Leichen werden aus China in Hongkong und Macao angeschwemmt. Bis zum Wochenende zählte man 61. Viele der Toten waren gefesselt, verletzt und mit Uniformen der Rotgardisten bekleidet.

Sie sind möglicherweise stumme Zeugen der schweren Unruhen, zu denen es in den Südprovinzen Chinas gekommen ist. Radio Kanton warnte, "Klassenfeinde" versuchten die Überschwemmungskatastrophe auszunutzen, die nach wochenlangen Regenfällen vor allem die Provinz Kwantung heimgesucht hat.

Trotz des Erfolges der maoistischen Kulturrevolution scheint es also noch immer Widerstand zu geben. Die führenden KP-Blätter bestätigten in einem gemeinsamen Leitartikel, der Klassenkampf im Lande sei noch immer "sehr akut und sehr kompliziert". Die revolutionären Kader müßten fest zusammenstehen und sich mit den Massen verbinden. "Individualismus, Fraktionalismus, Anarchismus" seien "kapitalistische Untugenden".