Deutsche Zündholzfabrikanten kämpfen seit drei Jahren um höhere Preise für ihre Erzeugnisse. Seit 1930 werden die Preise für die wichtigsten Sorten Zündhölzer, Haushaltsware und Welthölzer, die zusammen mehr als 90 Prozent des Absatzes der Deutschen Zündwaren-Monopolgesellschaft ausmachen, von der Bundesregierung bestimmt. Die Entscheidung liegt beim Bundeswirtschaftsminister. Mitzureden hat auch der Bundesfinanzminister. Den Gewinn der Deutschen Zündwaren – Monopolgesellschaft kassiert der Bund.

Schiller hatte den Antrag der Deutschen Zündwaren-Monopolgesellschaft, höhere Übernahme-, Monopol- und Verbraucherpreise festzusetzen, mit der Begründung abgelehnt, daß die "schwedische Gruppe" mit ihren Zündholzfabriken bei den geltenden Preisen rentabel arbeitet. Dies müsse auch der "deutschen Gruppe" möglich sein.

Die "schwedische Gruppe" besitzt die drei größten deutschen Zündholzfabriken und produziert etwa 58 Prozent der deutschen Zündhölzer. Die restlichen knapp 42 Prozent verteilen sich auf zwölf mittlere und kleine Familienunternehmen der "deutschen Gruppe". Die "schwedische Gruppe" hat durch die Übernahme des Herstellungskontingentes der Saarländischen Zündholzfabrik, die inzwischen stillgelegt wurde, ihre Position sogar noch etwas verbessert.

Mitte 1967 mit der Umstellung der Zündholzpreise auf die Mehrwertsteuer hat die Deutsche Zündwaren-Monopolgesellschaft ihren Antrag auf Erhöhung der Zündholzpreise wiederholt. Doch das Ministerium winkte wieder ab.

Eine Konzentration in der "deutschen Gruppe" würde ohne Preiserhöhung eine erhebliche Verbesserung der Rendite bringen. Damit wäre den bedrängten Zündholzfabrikanten und zugleich der deutschen Züdholzmaschinen – Industrie geholfen. Sie braucht neue Aufträge aus dem Inland.

Im Bundesfinanzministerium ist man der Preiserhöhung nicht abgeneigt. Das Zündwarenmonopol bringt dem Bund – neben der Zündwarensteuer – einen Reingewinn von etwa 15 Millionen Mark. Dieser Betrag würde sich durch die Preiserhöhung wesentlich erhöhen, auch wenn ein Teil dieses Mehrbetrages an die "Svenska Tändsticks AB" abgeführt werden muß. G. L.