In Washington, London und Moskau unterzeichneten am Wochenanfang 62 Länder den Atomsperrvertrag. Der amerikanische Präsident Lyndon B. Johnson bezeichnete die Unterzeichnung des Vertrages als einen Erfolg der "Stillen Diplomatie". In einer nicht angekündigten Rede nach der Unterzeichnung des Vertrages verkündete der sowjetische Ministerpräsident Alexej Kossygin weitgehende Vorschläge zur Abrüstung. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion vereinbarten für die nächste Zeit Gespräche über Begrenzung und Verminderung offensiver und defensiver nuklearer Waffensysteme. Vor einer Unterzeichnung des Vertrages entschloß sich die Bundesregierung zur weiteren eingehenden Prüfung einiger mit dem Vertrag zusammenhängender Probleme im Lichte der jüngsten Entwicklung zwischen Bonn, Ostberlin und Moskau. Japan kündigte in Fragen des Atomsperrvertrages eine Abstimmung mit der Bundesregierung an.

Grenzen und Orden

Bei den Wahlen zur französischen Nationalversammlung erreichte die von den Gaullisten geführte Koalition eine Zweidrittelmehrheit. Die französische Regierung protestierte bei der Bundesregierung gegen den Ton der deutschen Kritik an der Ausweisung deutscher Staatsangehöriger aus Frankreich. Auf der Europa-Brücke zwischen Kehl und Straßburg wurde in der Nacht zum 1. Juli der Wegfall der Zollschranken innerhalb der EWG mit französischem Freibier gefeiert. Zwischen der Bundesrepublik und der DDR kam es zu einer Kontroverse in der Frage des Transit-Verkehrs in der Binnenschiffahrt. Am 1. Juli trat das neue "Strafgesetzbuch der DDR" in Kraft. Zu seinem 75. Geburtstag wurde Walter Ulbricht mit dem sowjetischen Orden der Oktober-Revolution ausgestattet. Mehrere Bundestagsabgeordnete verweigerten aus unterschiedlichen Gründen die Annahme des ihnen zugedachten Bundesverdienstkreuzes.

Kuba und Kurilen

Die Volksrepublik China verweigerte die Teilnahme an der UN-Konferenz der kernwaffenfreien Staaten in Genf. In Moskau wurde eine Fortsetzung der sowjetischen Militärhilfe für Nordvietnam vereinbart. Der Vietkong richtete in einem südvietnamesischen Flüchtlingsmusterdorf ein Blutbad an. Im Gebiet der von den Amerikanern aufgegebenen Festung Khe Sanh kam es zu schweren Kämpfen zwischen süd- und nordvietnamesischen Einheiten. Der US-Botschafter in Moskau erreichte die Rückgabe des von sowjetischen MIG-Jägern auf einer Kurilen-Insel zur Landung gezwungenen Düsentransportflugzeuges mit 214 amerikanischen Soldaten an Bord. Zum zweitenmal innerhalb einer Woche wurde ein amerikanisches Flugzeug gewaltsam nach Kuba entführt.

Prag – Zürich

In Bonn verkündeten linksgerichtete Kräfte den Plan eines Wahlbündnisses für die nächste Bundestagswahl. Nach schweren Zusammenstößen zwischen Studenten und Polizei wurde in Zürich ein Demonstrationsverbot erlassen. In der Tschechoslowakei wurde von der Nationalversammlung die Pressezensur abgeschafft und eine Rehabilitierung der Stalinismusopfer angeordnet. Bei einer von dem tschechoslowakischen KP-Organ "Rude pravo" veranstalteten Leserumfrage sprachen sich 90 Prozent für das Mehrparteiensystem aus. Tadel durch die Partei und Zustimmung in der Öffentlichkeit waren die Reaktionen auf das kritische "2000-Worte"-Manifest der tschechoslowakischen Intellektuellen. In den Fabriken der Tschechoslowakei wurden Arbeiterräte gebildet. In einer amtlichen Meldung aus Prag wurden die auf tschechoslowakischem Territorium ausgeführten Manöver der Warschauer-Pakt-Staaten als beendet bezeichnet. Der jugoslawische Staatspräsident Josip Broz Tito wandte sich scharf gegen die "nicht anständige Kritik" aus osteuropäischen Ländern.