Die Einwohner von San Salvador begrüßten den hohen Gast mit Jubel, Studenten warfen Tomaten, Eier und Farbbeutel: Zum erstenmal betrat ein amerikanischer Präsident den Boden des Landes.

Lyndon B. Johnson war gekommen, um mit den Präsidenten von Salvador, Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Guatemala die Zukunft des "Gemeinsamen Mittelamerikanischen Marktes" (15 Millionen Menschen, gegründet 1960) zu besprechen. Das Ergebnis: eine dreißigprozentige Erhöhung des Außenzolls zur Stabilisierung der Zahlungsbilanzen, Besteuerung von Luxusgütern auf dem Binnenmarkt.

Die "Deklaration von San Salvador" verspricht Fortschritte auf dem Weg zu wirtschaftlicher Zusammenarbeit und Entwicklung. Die USA steuern eine Starthilfe von 260 Millionen Mark für verschiedene Wirtschaftsprogramme und 120 Millionen Mark zum Ausbau der Infrastruktur bei. Johnson nutzte seine Reise zu politischer Werbung: Auf dem Rückweg unterbrach er viermal seinen Flug, um sich von den Präsidenten in ihren Hauptstädten persönlich zu verabschieden.