Die Folgen der konjunkturellen Abschwächung des vergangenen Jahres sind an der deutschen Individualversicherung zwar nicht spurlos vorübergegangen. Bei deutlichen Unterschieden im Wachstum und im Schadenverlauf der einzelnen Zweige hat sich die Assekuranz jedoch als sehr widerstandsfähig erwiesen. Der Jahresabschluß der Allianz Versicherungs-AG, der mit Abstand größten Gesellschaft dieser Branche nicht nur in der Bundesrepublik, sondern auch in Kontinentaleuropa, ist ein Paradebeispiel dafür.

Das Industriegeschäft der Allianz stand 1967 im Zeichen des Investitions- und Produktionsrückgangs, und auch in der Kraftfahrversicherung machten sich im Neugeschäft die verringerten Neuzulassungen stark bemerkbar. Auf der anderen Seite konnten im Bereich des privaten Versicherungsbedarfs gute Fortschritte erzielt werden; Die Allianz führt es vor allem auf eine erfolgreiche Werbung in der Hausrat- und Familienversicherung sowie in der gebündelten Geschäftsversicherung zurück, daß die Zahl der von ihr versicherten Risiken um weitere 1,5 Millionen auf 22,7 Millionen Stück zugenommen hat. Die gesamte Prämieneinnahme konnte dabei noch um 8,5 Prozent (im Vorjahr 12,0) auf 1,8 Milliarden Mark gesteigert werden.

Noch deutlicher als in der Prämienentwicklung hat sich freilich im Schadenverlauf gezeigt, daß keine Parallelität zum rückläufigen Konjunkturablauf bestand. Da somit die positiven Einflüsse auf den Geschäftsverlauf stärker waren als die negativen, ergab sich in der versicherungstechnischen Rechnung eine starke Zunahme des Gewinns (von 31,3 Millionen im Vorjahr auf 45,9 Millionen Mark im Berichtsjahr).

Dieser versicherungstechnische Gewinn ist indessen relativ bescheiden im Vergleich zu den 138 Millionen Mark Vermögenserträgen, die aus den knapp 1,9 Milliarden Mark Vermögensanlagen erzielt wurden – ein Indiz dafür, daß auch die deutschen Versicherungsgesellschaften auf dem besten Wege sind, eine "Investmentgesellschaft mit einer Versicherungsabteilung" zu werden.

Der glänzende Abschluß, den die Allianz präsentieren kann, macht es ihr leicht, neben der Stärkung der inneren und offenen Reserven das Aktienkapital mit wieder 18 Prozent Dividende zu bedienen. Außerdem wird auf die bislang nur mit 90 Prozent eingezahlten Aktien aus dem Jahresgewinn eine Einzahlung von 5 Prozent geleistet, die praktisch der Dividende zuzurechnen ist. bgm