Vollautomatischer Schildvortrieb im Hamburger U-Bahn-Bau, Sturmflutsicherung vor Westerland, Verbreiterung des Mittellandkanals bei Braunschweig, Brückenbau über den Neckar, Errichtung eines Forschungszentrums in München und der Bau zahlreicher Bürogebäude sowie Wohnhochhäuser in der ganzen Bundesrepublik – das sind nur einige Schwerpunkte aus dem Programm der größten deutschen Baugesellschaft. Die Tätigkeit der Philipp Holzmann AG erstreckt sich aber nicht nur auf das Inland. Von der 1967er Gesamtleistung in Höhe von 883 Millionen Mark (+ 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr) entfielen rund 126 Millionen – fast 15 Prozent – auf das Ausland. Unter anderem wurden Naßbaggerarbeiten im Persischen Golf betrieben, ein Trockendock in Finnland errichtet, Straßen in Sierra Leone gebaut, eine Zementfabrik im Kongo fertiggestellt und erste Arbeiten für ein Dampfkraftwerk in Malaysia ausgeführt.

Das Auslandsgeschäft wird heute von dem Unternehmen – trotz aller Risiken – planmäßig ausgebaut, besonders im Interesse des Beschäftigungsausgleichs. Die Richtigkeit dieser These zeigte sich bereits im letzten Jahr. Ohne den zwölfprozentigen Zuwachs im Ausland wäre der Leistungsabfall gegenüber 1966 erheblich kräftiger gewesen. Für die Zukunft vermerkt Holzmann nicht ohne Stolz: "Gute Aussichten auf neue Aufträge in Verbindung mit dem noch vorhandenen beachtlichen Bestand sichern die Beschäftigung im Ausland und lassen einen weiteren Leistungszuwachs erwarten."

Die Prognose für das Inland ist dagegen merklich vorsichtiger. Der westdeutsche Baumarkt ist nicht nur hart umkämpft, sondern auch vom Strukturwandel betroffen. Holzmann glaubt, daß "nach der Wiederaufbauperiode der Nachkriegszeit nunmehr ein Punkt erreicht ist, in dem auf Teilgebieten eine Marktsättigung festzustellen ist, und es zur Sicherstellung der Baunachfrage auf weite Sicht neuer Impulse bedarf". Impulsgeber – so ist zwischen den Zeilen zu lesen – sollten kommunale Stellen sein.

Bei solchen Argumenten überrascht, daß Holzmann für 1967 neben der Dividende von 18 Prozent noch einen Bonus von zwei Prozent vorschlägt. Die Verwaltung erklärt es mit erhöhten Gewinnen durch Sondereinflüsse, ausgelöst durch den Übergang zur Mehrwertsteuer. 20 Prozent nehmen sich unter den deutschen Aktiengesellschaften zahlenmäßig sehr schön aus; zurückgeführt auf das im Vergleich zu anderen Firmen ähnlicher Größenordnung fast "winzige" Kapital, verlieren sie jedoch an Schönheit. Eh