DIE ZEIT

Resignation

Warum geht ein Mann an die Universität? Um zu forschen, zu schreiben, zu lehren. Warum verlassen immer mehr Professoren die Universität? Weil ihnen all dies – das Forschen, das Schreiben, das Lehren – immer schwerer gemacht wird.

Kalter Wind aus Moskau

Die Bundesregierung beißt sich derzeit an Moskau die Zähne aus. Das ist mit Bedauern festzustellen, aber überraschen kann es nicht.

Belsen in Biafra?

Vor einem Jahr, in den frühen Morgenstunden des 6. Juli 1967, fiel der erste Schuß an der Grenze zwischen Biafra und Nigeria.

Die Entlassung

De Gaulles Entschluß, sich von seinem Premierminister Georges Pompidou zu trennen, hat Paris überrascht. Der General hatte ihn noch am 30.

Was ist Berlin?

Der Regierende Bürgermeister Klaus Schütz möchte eine gemeinsame Erklärung der Bundesregierung und der drei Westalliierten zum Berlin-Status.

„Unsere Päpste sind übergeschnappt“

Es war 22.30 Uhr. Der Sekretär der SED-Betriebsgruppe erhob sich, um das Ergebnis der Aussprache zusammenzufassen. „Genossen, wir müssen Schluß machen, einige Genossen bekommen sonst ihren letzten Zug nach Klein-Machnow, Drewitz und Potsdam nicht mehr .

Das Ende der Ära Jacobi

Claus Jacobi, seit sieben Jahren Chefredakteur Nummer 1 des „Spiegel“, kehrt diesem Blatt zum Jahresschluß den Rücken.......

ZEITSPIEGEL

„Die Unruhe der Studentenschaft, deren Politisierung wir so ersehnt haben und die nun ganz anders gekommen ist, hat einen großen, berechtigten Kern.

Kein separativer Föderalismus...

Kaum beachtet von der breiten Öffentlichkeit, hat der Bundesrat unlängst – wieder einmal – eine bedauerliche Fehlentscheidung getroffen, die, wenn der Bundestag sie nicht korrigiert, eine gemeinsame Finanz- und Wirtschaftspolitik von Bund, Ländern und Gemeinden erschweren, wenn nicht gar blockieren würde.

Bittere Bilanz

Nach der Tagung der westeuropäischen Minister – die alten Gegensätze bleiben

Gegendarstellung

In der Ausgabe der ZEIT Nr. 27 vom 5. Juli 1968 auf Seite 6 wird im Rahmen eines Artikels unter der Überschrift „Frontbegradigung – Springer will seinen Berliner Zeitungsmarkt neu ordnen“ – verbreitet, daß die „Berliner Morgenpost“ bereits zum Verkauf angeboten worden sein soll, ein potenter und genehmer Interessent sich aber noch nicht gefunden haben soll.

Wirtschaftswunder auf Pump

Wilsons Amtssessel ist längst zum Nagelbrett geworden. Kein Wunder, daß unter seinen Ministerkollegen die Bereitschaft, am Kabinettstisch zu sitzen, beängstigend abnimmt.

CDU von morgen

Rheinland-Pfalz hat den dienstältesten Ministerpräsidenten aller Bundesländer, aber bald wird dort der jüngste CDU-Landeschef regieren.

Vortrupp der Anerkennung

Die Studenten sind nicht der Staat, und Christoph Ehmann spricht nicht für alle Studenten, aber immerhin für den Verband Deutscher Studentenschaften, dessen Vorsitzender er ist.

Dienende und Verdienende

Allenthalben regt sich schroffe Kritik gegen, den Vorschlag zur Wehrgerechtigkeit, den eine Sonderkommission des Bundestages ausgearbeitet hat, um das Ärgernis zu beseitigen, daß sich unter den jungen Wehrpflichtigen Dienende und Verdienende fast die Waage halten.

Deutschland gestrichen

Die Ostberliner Kirchenkanzlei der „Evangelischen Kirche in Deutschland“ (EKD) hat neue Türschilder erhalten – ohne die beiden Worte „in Deutschland“.

FDP-Pflaster

Bei den Sozialdemokraten scheint sich die Stimmung zugunsten einer Wahlrechtsreform zu verstärken. Inzwischen haben sich schon vier Bezirke für einen außerordentlichen Parteitag ausgesprochen, auf dem die Wahlrechtsfrage behandelt werden soll.

Im Labyrinth

Lyndon Johnson bewies Mut zum Risiko, als er den Krieg in Vietnam eskalierte. Nun aber, wo es darum geht, die Kriegsspirale herunterzuschrauben, läßt er diesen Mut vermissen.

Der verhinderte Friede

Die Suche nach einer Friedenslösung im Nahen Osten ist für Beteiligte und Beobachter zu einem Puzzlespiel geworden. So eindeutig damals der Sieg der Israelis auf dem Schlachtfeld war, so vieldeutig sind heute die Winkelzüge auf dem politischen Parkett.

Namen der Woche

Philipp Blaiberg (59), der seit mehr als einem halben Jahr mit einem fremden Herzen lebt, vorige Woche aber eine schwere Lungenkomplikation erlitt, verweigerte die Zustimmung zu einer weiteren Herztransplantation.

Theologie der Revolution

Das Motto der 4. Vollversammlung des ökumenischen Rates der Kirche, die in der schwedischen Universitätsstadt Uppsala tagt, lieferte der ehemalige Generalsekretär des Weltkirchenrates, der Holländer Visser’t Hooft.

Krücken für das Pfund

Mit einer neuen internationalen Hilfsaktion soll das britische Pfund nochmals gestützt und damit das Weltwährungssystem stabilisiert werden.

Von ZEIT zu ZEIT

Bonn zeigte sich enttäuscht über die von Moskau geforderte Anerkennung der DDR als Voraussetzung für einen Austausch von Gewaltverzichtserklärun- gen.

Nasser blieb starr

Vor Nassers viertem Besuch in Moskau hatte es Anzeichen für eine Kompromißbereitschaft im Nahen Osten gegeben. Außenminister Gromyko erkannte die Notwendigkeit an, die „Souveränität, territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit“ aller Staaten der Region, einschließlich Israels, zu respektieren.

Brandt läßt nicht locker

Bevor der Bundeskanzler und die Mehrheit der Minister in die Ferien gingen, stand Bonn noch einmal im Zeichen der Außenpolitik, Sowjetbotschafter Zarapkin überreichte am Freitag Moskaus Antwort auf das deutsche Memorandum zum Gewaltverzicht vom 9.

Dollarspritze soll Mittelamerika helfen

Lyndon B. Johnson war gekommen, um mit den Präsidenten von Salvador, Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Guatemala die Zukunft des „Gemeinsamen Mittelamerikanischen Marktes“ (15 Millionen Menschen, gegründet 1960) zu besprechen.

Bikini unterm Dom

Der neue Bademeister ist an allem schuld. Beim Studium der Satzung für sein städtisches Arbeitsgebiet, das Freibad Bschütt, war er auf einen Paragraphen gestoßen, der ihn in schwerste Gewissensnot brachte.

Hungern für Griechenland

Am Haus der Evangelischen Studentengemeinde an der Esplanade in Hamburgs Innenstadt weht seit Montag die griechische Flagge.

Röders Rüge

Was Christian Graf von Krockow, Inhaber des Lehrstuhls für Theorie und Soziologie der Politik an der Universität des Saarlandes, mit dem Sommersemester in einer Vorlesung wissenschaftlich begonnen hatte, führte er gegen Semesterschluß praktisch zu Ende: die Auseinandersetzung mit „konservativem Denken und konservatiPolitik“.

Mutter der Plötze

Immer waren es Männer, die ihre Umgebung bestimmten. Der Vater, ein Patriarch der überlieferten Prägung, das Elternhaus, streng und männlich geführt, immer eine Hochburg karitativer Gepflogenheiten: Suppe und Matratze für Brot- und Heimatlose.

Ende des Streiks in Sicht

Sie sitzen auf dem Stresemann-Platz vor Kiels Hauptpost. Die heiße Sommersonne scheint auf Erdbeeren, Sprudel und Flugzettel, die vor ihnen auf den Pulten liegen.

Eine neue Wissenschaft:: Der Streit um den Frieden

Was an deutschen Universitäten in den vergangenen zwanzig Jahren als wissenschaftlich unbeackertes Gebiet brach liegenblieb, ist plötzlich von Akademien, Stiftungen, politischen Klubs und kirchlichen Organisationen entdeckt worden: die Friedensforschung.

Rechtsentwicklung in West und Ost

„Juristen-Jahrbuch“; unter Mitarbeit verschiedener Institutionen, herausgegeben von Ministerialdirektor i. R. Prof. Dr. Gerhard Erdsiek; 8.

Der vorschnelle Schnellschuß

In Paris sind bereits zahlreiche Schriften mit Zeugnissen, Darstellungen und Deutungen der großen Unruhe von Mai und Juni erschienen.

Internationale Streiflichter

Außenpolitik Als „Zeitschrift für internationale Fragen“ bringt diese Monatsschrift aktuelle Analysen über weltpolitische Probleme, oft auch Beiträge über Asien.

Viele Pferde blieben im Stall

Es war merkwürdig, das diesjährige Deutsche Spring-Dressur-Fahr-Derby in Hamburg. Obwohl es von der Besetzung her seit langem wohl das schwächste war, war sein Höhepunkt, das Spring-Derby, spannend und aufregend wie lange nicht.

Rückkehr der harten Männer

Von Tennis war gewiß auch die Rede beim diesjährigen „Lawn Tennis Championship Meeting“ in Wimbledon, aber die Fachleute kamen kaum recht zum Zuge.

Falsch kostümiert

echsundvierzig Jahre alt ist jetzt jene Neudichtung, mit der Hofmannsthal „Das große Welttheater“ Calderons für die Salzburger Festspiele von 1922 ersetzte.

Kampf um den Globus

Seit zwei Wochen sieht die Schweiz ihre sprichwörtliche Friedlichkeit erschüttert: In Zürich kam es zu blutigen Schlachten zwischen Jugendlichen und Polizisten.

Fern von Weiss

Im Werkraumtheater der Münchner Kammerspiele sind Reste eines großgedachten Stückes zu besichtigen, rücksichtslos umfunktioniert zu einer agitatorischen Achtzig-Minuten-Revue.

Fernsehen: Farbiges Wimbledon

Grün der Rasen, grüner das Holz der Anzeigetafel, am grünsten das Ensemble der Herzogin von Kent: Wimbledon präsentierte sich diesmal in Farbe; Rod Lavers Sommersprossen waren zärtlich getönt, der Rotschopf flammte, und wenn die Wolken kamen, wechselten Zuschauerjacken und Athletinnenröckchen die Tönung.

Soll Theater politisch sein?

Entweder wußten Hamburger Bürgerschaft und Senat nicht, was sie taten, als sie Egon Monk zum Intendanten des Deutschen Schauspielhauses bestellten – oder sie wußten nicht, was sie redeten, als sie Monk noch vor seinem Amtsantritt mit warnenden Tadel- und Drohworten bedachten.

Neuanfang mit Brecht

gibt über das Theater den folgenden Gemeinplatz: Wir wollen nicht mehr ein Theater der Abbilder durch ästhetische Mittel, sondern ein Theater, das das ästhetische Mittel überwindet und selbst zur Realität wird.

Kunstkalender

Buchkunst im Zeichen der 4. documenta: keine Retrospektive auf das wahrscheinlich schon vergangene Goldene Zeitalter des illustrierten Buches.

Bayrischer Schulkompromiß

Verfassungsänderungen sind in Bayern nicht dem gewählten Landtag, sondern den Bürgern selbst überlassen. Zum erstenmal seit 1946 machten die Bayern am letzten Sonntag von diesem Recht Gebrauch.

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