Kassel Bis zum 6. Oktober, im Museum Fridericianum, in der Galerie Schöne Aussicht und im Auepark vor der Orangerie, täglich geöffnet von 10 bis 22 Uhr: "4. documenta"

Weitere Ausstellungen, die während der documenta in Kassel zu sehen sind:

Kasseler Kunstverein im Städtischen Kulturhaus (Ständeplatz 16), täglich von 10–22 Uhr: "Maler machen Bücher"

Buchkunst im Zeichen der 4. documenta: keine Retrospektive auf das wahrscheinlich schon vergangene Goldene Zeitalter des illustrierten Buches. Es fehlen die klassischen Meisterwerke der Ecole de Paris; Picasso, Braque, Chagall wurden in die knappe Auswahl von nur 31 Malerbüchern aufgenommen. Wohl aber ist Mirò dabei, mit seinen phantastisch schönen Holzschnitten zu Versen von Eluard "A toute epreuve" (was Erhart Kästner mit "Ich hab’s probiert" oder "Hieb-und Stichfest" übersetzt). Das Buch ist schon 1959 erschienen, Mirò hat mit diesem Werk demonstriert (und seine Absichten in den Briefen an seinen Verleger ausgesprochen), "was es heißt: ein Buch machen und es nicht bloß zu illustrieren. Illustrieren, das wäre eine Sache minderen Ranges." Das Malerbuch emanzipiert sich zusehends von der literarischen Vorlage. Der Text wird, bei Paolozzi ("Moonstrips Empire News"), bei Warhol (der 80 Assemblagen und Photomontagen als "Andy Warhol’s Index book" vorgelegt), bei Martial Raysse ("Bel Eté concentré") zum Bildelement. Neben aktuellen Buchexperimenten – Diter Rots diversen Poetereien, den Relief-Blind-Drucken von Etienne Hadju, Vasarelys Serigraphien in Plexiglaskassette – werden ältere Beispiele herangezogen, soweit sie diese Tendenz zur Autonomie des Buches vorbereiten: Arp, Dubuffet, Wols, Giacometti. Ein Gegenbeispiel liefert Jim Dine, der in seinen Illustrationen zum "Dorian Gray" Figuren und Szenen des Textes aufzeichnet, aber für diese traditionelle Methode der Textinterpretation den Straßenjargon der Pop-art verwendet.

Bellevue-Schlößchen, täglich 10–16 Uhr: "Die Sammlung Klay"

Es handelt sich um die Sammlung von Albert Schulze Vellinghausen, und es gibt kaum eine andere moderne Privatsammlung, die so unmittelbar den Geschmack, die Neigungen, die Persönlichkeit des Sammlers widerspiegelt.

Drei progressive Galerien haben sich für diesen Sommer in Kassel niedergelassen, um am documenta-Boom zu partizipieren: