Warum geht ein Mann an die Universität? Um zu forschen, zu schreiben, zu lehren. Warum verlassen immer mehr Professoren die Universität? Weil ihnen all dies – das Forschen, das Schreiben, das Lehren – immer schwerer gemacht wird.

Richard Loewenthal, der brillante politische Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, hat dem deutschen Universitätsbetrieb aus diesem Grunde den Rücken gekehrt. Zeitweilig nur, hoffentlich: nach einem Jahr ungestörter Gelehrsamkeit im monastischen Stanford Research Institute sollte er wiederzugewinnen sein – aber gewiß nicht, um aufs neue seine Kraft an Fragen der Drittelsparität und Prüfungsordnung zu verschleißen. Und Loewenthal ist nicht der einzige, der vor den Aufwallungen der akademischen Revolutionäre das Feld räumt.

Die Rebellen sollen die Augen nicht davor verschließen: Die erzwungene Verstrickung der Professoren ins Management der Universitätsreform droht das Gelehrtentum zu ersticken. So aber versiegen leicht jene geistigen Impulse, ohne die sich unsere Gesellschaft weder erhalten noch fortentwickeln kann. Th. S.