In diesem Jahr sollen noch rund 290 Kilometer neue Autobahnen dem Verkehr übergeben werden.

Streit hat es über den Termin der Eröffnung der Rhönstrecke gegeben, die Reisen von Hamburg nach München um 120 Kilometer verkürzen soll. Der Zeitgewinn dürfte aber noch relativ höher liegen, da Teile der bisherigen Route – vor allem im Raum Gießen–Frankfurt–Mannheim – oft verstopft waren.

Ursprünglich sollte die Rhön-Autobahn Ende August eröffnet werden. Den Bemühungen des ADAC ist es zu verdanken, daß der Termin zunächst um einen Monat vorverlegt wurde. Nun kämpft der ADAC um weitere zwei Wochen – möglichst jedoch um zweieinhalb Wochen. Spätestens am 15. Juli müßte die Autobahn befahrbar sein. Denn: Am 11. Juli beginnen die Ferien in Bremen und am 13. Juli in Berlin. Zwar ein Verkehrschaos muß es auf der alten Strecke nicht geben, wenn die Urlauber dieser beiden Städte noch über die alte Strecke fahren. Erst wenn in der zweiten Julihälfte die Ferien in ganz Norddeutschland anfangen, wird es kritischer, obwohl das auch nicht nötig wäre.

Von den 142 Kilometern der Rhön-Linie sind außer den 42 Kilometern, die bei Fulda (11 km) und bei Schweinfurth (31 km) für den Verkehr freigegeben wurden, weitere 89 km von Fulda-Süd bis Schweinfurt-West fertig. Das Stück wird von den Autofahrern der umliegenden Dörfer schon eifrig – wenn auch entgegen den Vorschriften – benutzt.

Es kann aber – nach Meinung des Bundesverkehrsministeriums – "aus Sicherheitsgründen" noch nicht für die Allgemeinheit freigegeben werden, weil zum Teil noch die Leitplanken und die Fahrbahn-Markierungen fehlen, und an einigen Anschlußstellen noch gearbeitet wird.

Am 15. Juli beginnen in Hamburg die Ferien, am 17. Juli in Schleswig-Holstein und am 18. Juli in Niedersachsen. Hunderttausende von Kraftwagen werden von Norden nach Süden rollen. Diese Urlauber würden gern auf Fahrbahn-Markierungen und Leitplanken verzichten und – falls nötig – Geschwindigkeitsbeschränkungen in Kauf nehmen, wenn sie zügig gen Süden rollen könnten, ohne die üblichen Stauungen vor und hinter Frankfurt, ohne Auffahr-Unfälle, ohne Verletzte oder gar Tote.

Mitte November ist mit der Eröffnung der Hansa-Linie zu rechnen (Hamburg–Bremen–Osnabrück – Münster – Kamen – Wuppertal – Köln). Die Strecke Hamburg–Bremen wurde schon vor dem Krieg gebaut, ebenso ein Stück von Köln aus bis kurz vor Wuppertal, das in den letzten zehn Jahren bis Münster verlängert wurde. Die neue Strecke, die insgesamt rund 400 Kilometer lang ist, wird die Entfernung von Köln nach Hamburg um etwa 40 Kilometer verkürzen und außerdem die Autobahn nach Hannover entlasten. Auch hier wird dadurch der Zeitgewinn beträchtlich sein.