Von Plato – der die erste Stiftung gründete, um seine Akademie vor dem Bankrott zu bewahren – über Benjamin Franklin, Andrew Carnegie, Carl Zeiss und Robert A. Bosch reicht die Ahnenkette der Stifter, die ihren privaten Beitrag zur Förderung öffentlicher Aufgaben leisteten, bis hin zu Karl Kübel, dessen Stiftung aus dem Jahre 1966 datiert, der Öffentlichkeit aber bisher weitgehend verborgen geblieben ist.

Die Kubel-Stiftung ist Gesellschafter der Bensheimer Karl Kubel GmbH, die sich – mit einem Jahresumsatz von 126 Millionen Mark (1967) – das "größte vollstufige Möbelwerk des Kontinents" nennt und mit ihren "3K-Möbeln" einen Namen gemacht hat.

Die von dem Firmengründer und Hauptgesellschafter Karl Kubel als "Investition in die gesellschaftlichen Produktionsvoraussetzungen" deklarierte Stiftung hat sich drei Aufgaben gestellt:

  • Sie will durch die Förderung von Studien Probleme unserer Gesellschaft untersuchen,
  • beispielhafte Modelle für die Lösung gesellschaftlicher Probleme entwickeln,
  • Nachwuchskräfte für Führungsaufgaben in Wirtschaft und Gesellschaft heranbilden. Sie erhält zur Finanzierung ihrer Aufgaben jährlich 2,5 Prozent des Bruttogewinns.

Nachdem die Kubel-Stiftung im vergangenen Jahr in aller Stille mit der Bundesregierung ein erstes Entwicklungsvorhaben vorbereitet hat, das dem Aufbau handwerklicher Ausbildungs- und Modellbetriebe in der afghanischen Provinz Paktia gewidmet ist, hat der Stiftungsrat neuerdings beschlossen, einen "Bensheimer Preis für internationale Zusammenarbeit", zu stiften und damit beispielhafte Vorhaben der deutschen Entwicklungshilfe auszuzeichnen. Der Preis, der mit 20 000 Mark dotiert ist, soll jährlich, erstmals Ende 1968, verliehen werden. wb