Offiziell beginnt das Semester an der größten Universität Süddeutschlands am 2. Mai, einem Donnerstag. Der Student muß sich zurückmelden, was ihn 53 Mark kostet. Er muß seine Karten erneuern lassen, muß sich Essenmarken beschaffen.

Die Vorlesungen sollen am Montag, dem 6. Mai, anfangen. Der Student, der am Dienstag um 9 Uhr seine Vorlesung besuchen will, steht vor einem leeren Hörsaal: "Wegen Semestergottesdienst fällt die Vorlesung aus."

Eine Woche später passiert ihm mit derselben Vorlesung das gleiche, nur daß diesmal keine Erklärung am schwarzen Brett zu finden ist.

Am 16. Mai hält in der Vorlesung ein Gastdozent seinen Vortrag, die reguläre Vorlesung findet nicht statt.

Der Student hat elf Wochenstunden belegt, für die er, zusammen mit dem Pauschal-Lehrgeld, 99 Mark bezahlen muß.

Mitte Mai finden Demonstrationen gegen die Notstandsgesetze statt. Ein Dozent fühlt sich persönlich beleidigt und läßt seine Vorlesungen in der Woche vom 20. bis zum 25. Mai ausfallen.

Am 23. Mai ist Christi Himmelfahrt, ein gesetzlicher Feiertag: Die Universität bleibt geschlossen.