Für uns stand das Jahr 1967 im Zeichen einer gewissen Kraftentfaltung und der gleichzeitigen Vorbereitung auf die weitere Entwicklung." Mit diesem Satz kennzeichnete das Vorstandsmitglied des Norddeutschen Lloyd Dr. Willner das Jahr, in dem die ersten drei schnellen Ostasien-Schiffe – weitere vier sind inzwischen auch fertiggestellt – in Fahrt gesetzt, mehrere konventionelle Frachter zu Halbcontainerschiffen umgebaut und die ersten beiden Vollcontainerschiffe für den Nordatlantik-Dienst in Auftrag gegeben wurden. Da auch die Ostasienschiffe Container befördern können und bis Ende 1968 insgesamt 13 zu Halbcontainerschiffen umgebaute Frachter zur Verfügung stehen werden, besitzt die Bremer Großreederei dann insgesamt 22 Schiffe, die Großbehälter befördern können.

Damit ist der Nordlloyd beweglich genug, um sich überall dort, wo die Voraussetzungen für einen Containerverkehr vorliegen oder geschaffen werden können, mit seinen Halbcontainerschiffen einzuschalten. "Wir meinen", wie Willner betonte, "trotz mancher Kritik von außen her, eine gute Politik getrieben zu haben." Die Verwaltung, die "in der Vergangenheit gut aufgepaßt hat", beobachtet auch weiterhin die Entwicklung sorgfältig. Da sich in der Australienfahrt die Vorbereitungen für die Umstellung auf den Containerverkehr verstärken, ist beabsichtigt, noch in diesem Jahr ein Vollcontainerschiff für dieses Fahrgebiet in Auftrag zu geben. Ähnliche Pläne habe die Hapag.

Um für einen voll integrierten Containerdienst nach Australien gerüstet zu sein, sollen die geplanten Schiffe denen ähneln, die von zwei ausländischen Gruppen auf deutschen Werften bestellt sind. Welche Kraftanstrengung die Bremer Reederei gemacht hat, um ihre Flotte zu modernisieren, wird aus einer Zahl sichtbar: In den Jahren 1966 und 1967 hat sie hierfür rund 253 Millionen Mark ausgegeben und dabei unter Einbeziehung der Kapitalerhöhung um 18 Millionen Mark etwa 200 Millionen Mark aus eigenen Mitteln finanziert. Die durch die Sperre des Suezkanals entstandenen Mehrkosten sind weitgehend aufgefangen worden. -te