Vanilla Fudge: "The Beat Goes On"; ATCO SD 33–237; 19 DM.

Sonny Bonos schöner alter Hit wird hier zum teils komischen, teils pathetischen Leitmotiv in der brillanten Ausführung einer brillanten Idee: Der Beat beginnt mit der nicht ganz gelungenen, aus verrutschten Akkorden zusammengesetzten Rekonstruktion eines Divertimentos von Mozart, das noch dazu aus dem Rhythmus stolpert, the beat goes on über die Ballade vom armen alten schwarzen Joe über Don’t fence me in", den "12th Street Rag" und "In the mood" zu Elvis; dann endlich erfinden die Beatles den Sound mit "I want to hold your band", endlich wird Sonny Bonos Hit auch gesungen, nur noch einmal hält die Mondscheinsonate den Gang der Handlung ein wenig auf. Auf der Rückseite dann findet sich, von einer unablässigen Wiederholung des Vier-Töne-Motivs skandiert, ein Querschnitt auch durch die nicht musikalische Historie: Chamberlain erklärt, Herrn Hitler getroffen zu haben, es sprechen Churchill, Roosevelt und Truman; große Worte zeigen mit Fingern aufeinander, fragt nicht, was euer Land für euch tun kann, fragt, was ihr für euer Land tun könnt, sprach John F. Kennedy, the beat goes on. Bevor die Gruppe das Lied zum letztenmal singt, halten ihre Mitglieder Konversation: über ihr Metier, die Leute im Geschäft, Trips, die Beatles und den Maharishi (What do you think about it? Good luck!), über das nächste Vanilla-Fudge-Album, it’s Coming! Es erscheint in diesen Tagen und heißt "Renaissance".

Uwe Nettelbeck