E. W., Paris, im Juli

Die gaullistische Parlamentsmehrheit hat gezeigt, daß sie mit ihrem Wahlerfolg nicht zimperlich umgehen will. Sie riß den Vorsitz aller Parlamentsausschüsse an sich, auch den des (durch die absolute Mehrheit überflüssig gewordenen) Koalitionspartners Giscard d’Estaing, des ehemaligen Wirtschafts- und Finanzministers, der wieder den Finanzausschuß leiten wollte. Er hatte die bisherige Mitarbeit seiner unabhängigen Republikaner unter die Devise "Ja, aber..." gestellt. Doch war er unvorsichtig genug zuzugeben, daß er sich nach dem Abgang de Gaulles auch um das Amt des Staatspräsidenten bemühen werde. Noch unvorsichtiger war er wohl, als er nach der Kanadareise de Gaulles öffentlich die "einsame Ausübung der Macht" kritisierte.

Nun hat seine Fraktion aus Solidarität jede andeie Aufgabe in den Ausschüssen zurückgewiesen. Die Abgeordneten der politischen Mitte haben sich dieser Haltung angeschlossen. Die Gaullisten blieben überall unter sich. Es fängt schlecht an mit dem "Dialog" und der "Participation", die das Kennzeichen der neuen Ära werden sollen.