Die Autofahrer sollen wieder tiefer in die Tasche greifen: Die Kraftfahrzeugversicherer wollen zum 1. Januar 1969 ihre Prämien erhöhen, wie sie das seit einiger Zeit in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre tun. Der Unterschied ist nur, daß sie bisher stets auf eine ungünstige Entwicklung hinweisen konnten, diesmal jedoch zugeben müssen, daß das letzte Jahr im Kraftfahrzeuggeschäft ein gutes Ergebnis brachte.

Die Erklärung vom "atypischen Jahr", das sich nicht wiederholen werde, ist schnell bei der Hand. Und mit Hilfe der Statistik läßt sich natürlich auch irgendwie die Prognose zurechtzimmern, daß die Kfz-Versicherung ohne Prämienerhöhung im Defizit landen werde. Doch all das überzeugt nicht recht, zumal die schlechten Autofahrer, die die Schadensbilanz belasten, künftig schon einen Prämienzuschlag, den "Malus", zahlen müssen. Sollte man vor einer weiteren Eskalation der Prämien nicht erst einmal abwarten, was der Malus bringt?

Es ist allerdings kein Argument, wenn die Automobilindustrie protestiert, eine Prämienerhöhung schade dem Automobilabsatz, denn bei den Versicherern muß schließlich die Kasse stimmen. Aber das Aufsichtsamt wird nun sehr genau und sehr kritisch prüfen müssen, ob die Kasse wirklich nicht stimmt. hm