Bamberg Bis zum 31. Juli, Neue Residenz: "Das barocke Fest"

Nach dem "Hommage à Hoffmann" im letzten Sommer bringt Bamberg jetzt erstaunlich reiches Bildmaterial zum Barocktheater samt Feuerwerken, Illuminationen, Festivitäten an italienischen, französischen und deutschen Fürstenhöfen in zeitgenössischen Kupferstichen, Zeichnungen und Originalentwürfen; dazu Ansichten der Opernhäuser, der Bühnen- und Freilichtaufführungen, Abbildungen der Moliere-Premieren in Versailles oder einer Feuerwerkspantomime in Wien oder des "Churfürstlich-Bayrischen Frewden-Festes", das 1662 das große Barocktheater in Deutschland einleitet. Die Blätter stammen aus dem Theatermuseum München, den Katalog schrieb Ekkehard Nolle.

Duisburg Bis zum 22. September, Wilhelm-Lehmbruck-Museum: "Junge deutsche Plastik"

Man sieht 150 Arbeiten von 49 Bildhauern, ein informativer überblick über das, was in der deutschen Plastik gerade aktuell ist, eine ganze Reihe der beteiligten Künstler sind auch auf der documenta vertreten: Brüning, Graubner (die beide Maler sind, aber die traditionelle Grenze zwischen Malerei und Plastik ist nicht mehr existent), Hauser, Heerich, Kampmann, Lenk und Uecker. Im übrigen ist hier alles vertreten, was heute marktgängig ist. Es gibt eine deutsche Variante der Minimum Art – was Reusch und Rückriem davon anbieten, ist auch nicht viel dürftiger als die amerikanische Produktion. Die Vorliebe für Plexiglaskästen, für gespaltene, gewinkelte und gekurvte Röhren führt zu einem modischen Konformismus, für diese Objekte wird man in ein paar Jahren ungefähr die gleiche Begeisterung aufbringen wie für den Nierentisch seligen Angedenkens. Ein Beispiel, wie ein Künstler sein Talent dem Moloch der Aktualität opfert, bietet der Berliner Brummack, der ein Jahr lang schöne Bronzen machte, um dann Astronomenstühle und Nachthemdenschränke herzustellen. Am besten schneiden die Künstler ab, die, den Jahren nach, schon nicht mehr zur jungen Plastik rechnen, die, wie Kricke, Szymanski, Goepfert und Ris an ihrem ursprünglichen Konzept festhalten. Unter den jüngeren Künstlern halten die Kinetiker mit Abstand die Spitze. Das Originellste liefert Hans Haacke mit seinen bewegten Wasserspielen in schmalen, vom Betrachter zu manipulierenden Plastikbehältern. Ebenso gehören die Pendelskulpturen von Arnulf Hoffmann und die geschliffenen Glasspiralen von Uli Pohl zu den positiven Erfahrungen dieser Ausstellung.

Weiterhin im Programm:

Kassel Neben der documenta, ebenfalls bis zum 6. Oktober Kasseler Kunstverein: "Maler machen Bücher"

Hier wird ein neues Kapitel in der Buchkunst aufgeschlagen. Künstler wie Warhol, Raysse, Paolozzi, Dine finden, das Büchermachen eine gute Sache, auch wenn sie für das Illustrieren nichts übrig haben.