Machdem die Russen vor einigen Jahren mit ihrem Moskwitsch einen ersten, glücklosen Startversuch auf deutschem Boden gewagt hatten und es um die sowjetischen Exportanstrengungen für Konsumgüter merkwürdig still geworden war, scheint der russische Bär in der Zwischenzeit neue Kräfte gesammelt zu haben und eine größere Exportoffensive vorzubereiten. Schon hört man Klagen deutscher Hersteller über auffallend billige russische Konsumgüter – Möbel, Kühlschränke, Photoapparate und Fahrräder –, von denen wohl nicht ganz zu Unrecht vermutet wird, daß sie zu Dumpingpreisen angeboten werden. Im vergangenen Jahr gelang es Moskau immerhin, für 100 Millionen Rubel Konsumgüter zu exportieren, davon ein Zehntel in westeuropäische Länder. Das scheint zwar nicht der Rede und Aufregung wert, ist aber auch keine quantité négligeable.

Der jüngste Vorstoß der Russen in die Gefilde des deutschen alkoholfreien Getränkemarktes erregt Aufsehen – wahrscheinlich sogar beim Verbraucher: Das russische Nationalgetränk "Kwas", das sich – in Lizenz hergestellt – als ein moderner Markenartikel ("Der Kosmonautenschluck") empfiehlt und in diesen Tagen mit großem Werbeaufwand angepriesen wird, läßt vermuten, daß die Russen auf dem deutschen Markt auch weiterhin mitkwas(s) eln wollen. b.