29. Januar 1968: AA-Staatssekretär Duckwitz fordert Zarapkin auf, daß Moskau auf "entbehrliche Vorbedingungen" verzichtet.

11. März 1968: In seinem Bericht über die Lage der Nation im geteilten Deutschland bietet der Bundeskanzler Ostberlin Gespräche über den Gewaltverzicht an, "wenn die andere Seite darauf verzichtet, mit diesen Gesprächen die Forderung nach völkerrechtlicher Anerkennung zu verquicken".

9. April 1968: Die Bundesregierung bezeichnet in einer Antwort an Moskau den Gewaltverzicht als "geeigneten Ausgangspunkt zur Festigung der Sicherheit in Europa". Ferner erklärt sie zu den fünf Moskauer Vorbedingungen, daß eine deutsche Unterschrift unter den Atomsperrvertrag "eine grundlegende Verbesserung der Beziehungen" zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetunion und den anderen osteuropäischen Staaten zur Folge haben müßte, Bonn erhebt keine Gebietsansprüche. Die Grenzen könnten nur in einer frei vereinbarten Regelung mit einer gesamtdeutschen Regierung festgelegt werden. Ferner betrachtet Bonn das Münchner Abkommen als "nicht mehr gültig". Der gegenwärtige Status von Berlin wird respektiert.

5. Juli 1968: Das sowjetische Aide-Memoire zum Gewaltverzicht wiederholt die bekannten fünf Vorbedingungen und beruft sich auf die Artikel 53 und 107 der UN-Charta "über Zwangsmaßnahmen im Falle einer erneuten Aggressionspolitik" und auf die Prinzipien des Potsdamer Abkommens, die "volle Gültigkeit" und "unvergängliche Bedeutung" hätten. Moskau erklärt sich zu einem weiteren Meinungsaustausch über den Gewaltverzicht "auf der von der Sowjetunion vorgeschlagenen Basis" bereit.

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Die beiden Artikel der UN-Charta, auf die sich das Moskauer Memorandum vom 5. Juli bezieht und die den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges unter bestimmten Voraussetzungen Sanktionen gegenüber den Besiegten erlaubt, haben folgenden Wortlaut:

Artikel 53