(1) Der Sicherheitsrat bedient sich in geeigneten Fällen regionaler Abkommen oder Organe für Zwangsmaßnahmen unter seiner Autorität. Es darf jedoch keine Zwangsmaßnahme auf Grund regionaler Abkommen oder vermittels regionaler Organe ohne Ermächtigung des Sicherheitsrates durchgeführt werden. Ausgenommen sind Maßnahmen gegen einen Feindstaat im Sinne des Absatz 2 dieses Artikels, die in Anwendung des Artikels 107 oder auf Grund regionaler Abkommen gegen die Wiederaufnahme einer Angriffspolitik eines solchen Staates getroffen werden, bis zu dem Zeitpunkt, in dem die Organisation selbst auf Ersuchen der betreffenden Regierungen mit der Verantwortlichkeit für die Vorbeugung weiterer Angriffe von seiten dieser Staaten betraut ist.

(2) Der Ausdruck "Feindstaat" in Absatz 1 dieses Artikels bezieht sich auf die Staaten, die während des Zweiten Weltkrieges der Feind einer der Signatare der vorliegenden Satzung gewesen sind.

Artikel 107

Nichts in der vorliegenden Satzung soll eine Maßnahme unwirksam machen oder ausschließen, die von seiten der dafür verantwortlichen Regierungen gegen einen Staat, der während des Zweiten Weltkrieges der Feind einer der Signatarmächte der vorliegenden Satzung war, als Folge dieses Krieges unternommen oder ermächtigt wird.

Kommentar: Während die Westmächte diese beiden Artikel als "obsolet" betrachten, nehmen die Sowjets eine entgegengesetzte Haltung ein. Eine Korrektur der UN-Charta würde eine Zweidrittelmehrheit der Mitglieder erfordern.