Der Kaufhof in Düsseldorf wird der Krefelder Galerie Denise René / H. F. Mayer unter seinem Dach im kommenden Monat eine einhundert Quadratmeter große Galerie zur Verfügung stellen, um das breite Publikum an zeitgenössische, konkrete Kunst heranzuführen. Die Galerie wird aus diesem Anlaß eine "extra billige" Kaufhof-Graphik-Edition herausbringen, die große Kunst auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich machen soll.

Es "kunstmarktet" aller Orten. Nachdem der Kölner Kunstmarkt im vergangenen Jahr mit gutem Beispiel vorangegangen ist und Düsseldorf mit "Prospekt 68" eine ähnliche Veranstaltung aufzieht, möchte nun auch Berlin seinen Kunstmarkt haben. Die Senatsverwaltung würde eine entsprechende Initiative der Berliner Galeristen unterstützen und Räume und Mittel zur Verfügung stellen. "Wenn ein Künstler gut verkauft, brauchen wir ihn nicht aus anderen Töpfen zu unterstützen"...

Spekulationsorgie der Mäzene" – "Keine Ausbeutung im Kunstbetrieb!" – "Entflechtet das Syndikat (Bongard, Stünke, den Kunstmarkt)!" – "Galeristen 50 % nie!" – "Macht endlich Schluß!", hieß es auf Flugzetteln, die zur Eröffnung der documenta in Kassel verteilt wurden.

Der Direktor des Städtischen Museums Mönchengladbach, Dr. Kladders, der sich binnen kurzem einen Namen mit seinem mutigen Eintreten für die Kunst der Gegenwart gemacht hat, erwarb das von der Berliner Galerie René Block für unverkäuflich gehaltene "Broken Glass Piece" des jungen amerikanischen Minimal-Künstlers Carl Andre für seine Sammlung und zeigte sich bereit, für die zerbrochene Glasscheibe (siehe DIE ZEIT Nr. 25 Seite 33) den vollen Preis von 800 Mark zu zahlen. Kladders plant für den Herbst eine Andre-Ausstellung in seinem Museum.