Der Verband der größten Zechengesellschaft an der Ruhr prüft "sorgfältig und umfangreich" die Frage, ob sich für das Essener Zebra ein Beitritt zur geplanten Ruhrkohlen AG empfiehlt oder ob die Gesellschaft schon für sich allein den vom Kohleanpassungsgesetz geforderten – im wahrsten Sinne des Wortes schillernden – Status einer optimalen Unternehmensgröße beanspruchen darf.

Generaldirektor Dr. Friedrich Funcke, ursprünglich einer der geistigen Väter der wenn auch inzwischen stark modifizierten Einheitsgesellschaft, wird erst nach Abschluß der Untersuchungen in der Lage sein, sich zu erklären. Gefallen sind die Würfel einstweilen über den ebenfalls durch Monate hindurch geplanten und untersuchten Zusammenschluß der GBAG mit der Veba.

Die Fusionsgespräche gehören der Vergangenheit an; aus der Ehe mit der Veba wird nichts. Funcke bedauert diese Entwicklung, aber Gelsenberg kann auch allein erfolgreich bestehen, heißt es stolz und zukunftssicher. Man trägt wieder Optimismus, lautet auch in Essen die Devise. Tatsächlich ist die Gesellschaft im vergangenen Jahr ganz erstaunlich über den Berg gekommen. Nachdem die GBAG 1966 ihr absolut schlimmstes Geschäftsjahr erlebt hatte und nur durch eine Reihe von außerordentlichen Transaktionen überhaupt über die Runden kam, ist 1967 die sechsprozentige Dividende wieder, wie ausdrücklich betont wurde, echt verdient worden.

Die Aussichten für 1968 sind nochmals besser geworden. Dabei sind alle Bereiche des Gelsenbergkonzerns an der positiven Entwicklung beteiligt. Die Bergbau-Rationalisierung schlägt jetzt zu Buch. Die Selbstkosten der GBAG-Zechen liegen inzwischen "wesentlich unter dem Ruhr-Durchschnitt". Die Haldenbestände sind von zwei Millionen Tonnen Ende 1966 bisher auf 960 000 Tonnen in diesem Jahr reduziert worden. Die Mineralöltochter deckt mittlerweile 65 Prozent ihres Rohölbedarfs aus der eigenen Förderung in Libyen. Eine dreiviertel Milliarde will das Unternehmen bis 1971 investieren; der Löwenanteil davon geht in die Mineralölwirtschaft des Konzerns. nmn.