Zu Hause angekommen, fuhren wir wie immer mit dem Auto in den Garten. Wir sahen, daß das ganze Haus im Dunkeln lag. Wir gingen im Dunkeln die zwanzig Schritte bis zur Haustür, öffneten die Tür zur Halle, und in diesem Augenblick gingen auf einmal alle Lichter wieder an. Uns standen viele Männer mit Maschinenpistolen gegenüber. Meinem Mann wurden sofort Handschellen angelegt, und mich hat man in die Küche abgedrängt. Nach einer Weile hörte ich, wie Autos wegführen.

DIE ZEIT: Wurden dabei keine Worte gewechselt?

Frau Slansky: Niemand hat ein Wort gesagt. Es war vollkommene Stille. Nur ich habe fürchterlich aufgeschrien, als mich zwei Männer packen wollten. Mir wurde dann der Mund zugeknebelt.

DIE ZEIT: Wer führte das Kommando?

Frau Slansky: Das weiß ich bis heute nicht. Ich dachte zuerst, das ist irgendeine Bande, und ich hatte Angst, daß man uns in den Westen entführen wird.

DIE ZEIT: Wo waren zu diesem Zeitpunkt Ihre beiden Kinder Rudolf (16) und Marta (2)?

Frau Slansky: Die Kinder waren auch im Haus und schliefen. Rudi schlief in seinem Zimmer. So gegen zwei Uhr, wie er mir später erzählte, hat man ihn aufgeweckt und ihm befohlen, er müsse mitkommen. Rudi brachte man mir am nächsten Tag, meine Tochter Marta nach einer Woche.