DIE ZEIT: Wohin hat man dann Sie gebracht?

Frau Slansky: Wir wurden in ein Blockhaus etwa 20 Kilometer von Prag entfernt gebracht. Ich habe dort gefragt, was eigentlich los sei. Aber man hat mir nur geantwortet: "Das alles werden Sie später erfahren." Nach einem halben Jahr kamen wir in eine Villa in Veselikov, 80 Kilometer von Prag entfernt. Da waren wir dann schon eine richtige internierte Familie: meine Schwester Milka und ihre dreijährige Tochter Anna, meine Schwägerin Lisa und ihre vierjährige Tochter Nina sowie Jurka Kopoldova (Tochter von Jan Sverma) mit ihren zwei Kindern und Frau Sevcikova mit zwei Kindern.

DIE ZEIT: Wie wurden Sie in dieser Haft behandelt?

Frau Slansky: Es war ein Hausarrest. Die Villa und den Park durften wir nicht verlassen.

DIE ZEIT: Hatten Sie ein Radio?

Frau Slansky: Wir hatten ein Radio, aber wir durften nicht hören, was wir wollten. Wir sollten nicht erfahren, was vorgeht. Drei Monate vor dem Prozeß durften wir dann überhaupt nicht mehr Radio hören und auch keine Zeitungen lesen. (Der Schauprozeß gegen Rudolf Slansky wurde im Rundfunk übertragen.)

Die ZEIT: Wie lange wurden Sie mit Ihren Kindern isoliert?