Frankreichs Premier Couve de Murville will den französischen Balanceakt zwischen Deflation und Inflation mit unpopulären Maßnahmen beenden. Mit Steuererhöhungen soll das Haushaltsdefizit ausgeglichen und gleichzeitig die mit den Lohnerhöhungen stark gestiegene Kaufkraft abgeschöpft werden. Die Einkommensteuer soll um einen einmaligen Zuschlag von 10 bis 25 Prozent erhöht werden. Bei 8,2 Millionen Steuerzahlern sind davon allerdings nur 650 000 Personen aus den höheren Einkommensschichten betroffen.

Neu eingeführt werden zusätzliche Steuern für Aktiengesellschaften und für alle Kraftfahrer. Die Alkoholsteuer und die Stempelgebühren werden heraufgesetzt.

Die französische Wirtschaft ist über diese Steuern empört. Die Unternehmer sehen bei erhöhten Sozialkosten und höheren Steuerabschöpfungen ihre Felle davonschwimmen.

Doch der Regierung bleibt wohl keine andere Wahl. Das Haushaltsdefizit ist auf 10,1 Milliarden Franc gestiegen und der französische Franc wird auf den internationalen Märkten noch immer mit 10 Prozent Abschlag gegenüber dem offiziellen Kurs gehandelt. Und das, obwohl die Bank von Frankreich bereits ein Viertel ihrer Gold- und Devisenreserven für die Stützung des Franc ausgegeben hat.

Die französische Nationalbank mußte bereits am Anfang der Krise ihren Kredit beim Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen. Jetzt hat sie sich weitere 1,3 Milliarden Dollar kurzfristige SWAP-Kredite durch ein Konsortium der Zentralbanken sichern lassen, dem auch die Amerikaner angehören. Die Zeit der französischen Angriffe auf den Dollar scheint damit endgültig vorüber zu sein. ek.