Der portugiesische Ministerrat hat über die Vergabe des Cabora-Bassa-Projektes eine wichtige Vorentscheidung gefällt: Wenn die noch nicht abgeschlossenen Prüfungen technischer und finanzieller Art keine unvorhergesehenen Schwierigkeiten ergeben sollten, wird ein im wesentlichen europäisches Konsortium, dem aus der Bundesrepublik das Haus Siemens, AEG-Telefunken, BBC (Mannheim), Voith (Heidenheim) und die Hochtief AG neben führenden Unternehmen aus Portugal, Frankreich, Schweden und Südafrika angehören, die erste Ausbaustufe des geplanten Sambesi-Staudamms bauen. Das Gebot amerikanischer Firmen lag erheblich über dem anderer Mitbewerber.

Der Gesamtauftragswert der ersten Stufe liegt bei einer Milliarde Mark, wovon auf den reinen Elektrobereich 350 Millionen entfallen. Die Firmen der Bundesrepublik sind an dem Gesamtauftrag mit 250 Millionen beteiligt. Im Gegensatz zum pakistanischen Tarbela-Staudamm, wo das deutsche Konsortium abgeblitzt war, ist hier ein Scheitern an Finanzfragen unwahrscheinlich.

Das Kavernenkraftwerk am Sambesi soll im Endausbau eine installierte Leistung von 4000 MW haben, im Erstausbau werden es 1200 MW sein, die über eine Fernleitung von 1400 Kilometer Länge von Mozambique bis nach Johannesburg (Südafrika) transportiert werden. Erst später soll ein Teil des am Sambesi erzeugten Stromes für Mozambique abgezweigt werden.

Der Staudamm dient nicht nur der Energieerzeugung, sondern auch der Regulierung des Sambesi sowie der Bewässerung des Landes. Das Gesamtprojekt ist das größte in Afrika. Es übertrifft auch den Assuan-Staudamm in Ägypten, wo die Sowjets die führende Rolle spielen. kw