Wer die Mannigfalt der Tierwelt vielbändig seinem Bücherschrank einverleiben will, kann wählen: zwischen "Brehms Tierleben" etwa, "Grzimeks Tierleben" oder auch "Knaurs Tierreich in Farben". Für Tierfreunde ist gesorgt.

Doch seltsam: über den Menschen, über seinen Körper und seinen Geist, seine Gesundheit und seine Krankheiten fehlte bisher ein allgemeinverständliches enzyklopädisches Werk.

Die Lücke schließt jetzt eine Buchreihe, bei der Konzept und Ausführung gleichermaßen beeindrucken –

Joseph Handler: "Das Buch der Gesundheit" in 20 Bänden; Editions Rencontre, Lausanne; pro Band 160 S., 12,80 DM.

Jeden Monat erscheint ein Band; wird der Plan eingehalten, liegt im Juni 1969 das ganze Werk vor.

Der Titel "Buch der Gesundheit" mag nach Hausmedizin klingen und Assoziationen wie "Keuchhusten" und "Fieber", "Heilkräuter" und "Erste Hilfe" wecken. Aber das wäre ganz falsch. Der Herausgeber, Dr. Joseph Handler, ist Direktor der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Gesundheit versteht er, wie die Buchreihe zeigt, in jenem umfassenden Sinn, den die WHO ihrer Definition dessen, was Gesundheit sei, zugrunde gelegt hat. "Gesundheit", so definierte die WHO, "ist ein Zustand völligen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens..." Ein Buch der Gesundheit, in diesem Sinne angelegt, muß den Menschen in seiner ganzen Umwelt darstellen. Es muß eigentlich ein Buch vom Menschen sein, und das ist Handlers "Buch der Gesundheit" auch geworden.

Die Themen sind weit gespannt. Sie reichen von der Stellung des Menschen im Universum bis zur Zukunft des Menschen. Der erste Band enthält neben einer Einführung in die Astronomie einen Teil über "Die Baustoffe des Lebens", in dem der Leser mit den Grundeinheiten allen Lebens und auch seines Körpers – den Zellen – und ihren wunderbaren Leistungen vertraut gemacht wird. Eiweißstoffe und Nukleinsäuren werden erläutert, die Entzifferung des Genetischen Kodes, die Enzyme und das noch ungelöste Rätsel der Zellspezialisierung.